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WM 2018 Trunken vor Freude: In Russland kippt die Stimmung

Russland: Fans feiern in Moskau den Sieg der russischen Mannschaft gegen Ägypten
Russland: Fans feiern in Moskau den Sieg der russischen Mannschaft gegen Ägypten
© Mikhail Pochuyev / Picture Alliance
Der Sieg über Ägypten bringt Russland so gut wie sicher erstmals seit 32 Jahren in eine WM-Endrunde. Das ganze Land ist im Freudentaumel. Die miserable Stimmung kippt schlagartig.

Die russische Sbornaja hat bei der Heim-Weltmeisterschaft faktisch geschafft, was sie bislang nie erreicht hat. Mit dem 3:1-Sieg gegen Ägypten im zweiten Gruppenspiel ist ihnen der erste Endrundeneinzug bei einer Weltmeisterschaft seit 32 Jahren quasi nicht mehr zu nehmen. Dabei haben die Russen im Vorfeld der WM der eigenen Mannschaft nur wenig zugetraut. Umso größer ist nun der Freudentaumel. "Wir fliegen über die Felder! Unsere Sbornaja hat uns unsere Liebe zurückgewonnen", titelte die Sportzeitung "Sowjetski Sport". Eine "historische Bestleistung" feiert auch die Zeitung "Iswestija".

"Es ist ein Fest für das ganze Land und wir sind stolz darauf, es dem Land beschert zu haben", sagte Artem Dzyuba, der Stürmer der russischen Nationalmannschaft, nach dem Spiel.

Überall im Land feierten die Fans den Sieg ihrer Sbornaja. In Sankt Petersburg, wo das Spiel ausgetragen wurde, zogen die Menschen noch die ganze Nacht durch die Prachtstraßen der Innenstadt. Auch auf den Fanmeilen der Stadt wurde lange gefeiert. Selbst in der Metro brachen die Menschen in Jubelchören aus. 

Überall in Russland feiern die Menschen 

Auch in anderen Städten sah es nicht anders aus. Ob in Moskau, Wolgograd, Rostow, Ekaterinburg oder Kursk - überall bot sich dasselbe Bild: jubelnde Menschenmengen.

Und der Freuden-Ausraster dieses Kommentators wird zum viralen Hit.

Gratulation von Putin 

Auch die russische Sportelite ist nach dem zweiten Sieg der Sbornaja voll des Lobes. "Stanislaw Salamowitsch Tschertschessow gebühren große Ehre und Respekt, dass er dieses Team geformt hat", sagte Sergej Anochin, Vizepräsident des russischen Fußballverbandes, über den Trainer der russischen Nationalelf. "Alle Kritik hat sich in Lob verwandelt." Hass und Liebe trenne nur ein Schritt. Der stellvertretende Vizeministerpräsident und frühere russische WM-Chef Witali Mutko sagte, Tschertschessow habe die wichtigste Aufgabe bereits erfüllt. "Er hat eine Mannschaft geformt", sagte Mutko. "Das Wichtigste ist: Es gibt ein Team, das Team hat eine Idee, und es arbeitet auf das Ergebnis hin."

Vor der WM geriet Tschertschessow in heftige Kritik. Man munkelte gar, er sei bei Putin in Ungnade gefallen. Nach dem Sieg gegen Saudi-Arabien klingelte der Präsident aber sogar höchstpersönlich bei dem Trainer durch, um ihm zu gratulieren. 

ivi

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