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Russland: Die WM als Liebesmarkt: Von der Jagd auf Ehemänner und der Suche nach Abenteuern

Die russischen Frauen sind weltweit für ihre Schönheit bekannt. Kein Wunder also, dass die männlichen WM-Touristen auf Abenteuer in Russland hoffen. Doch die Russinnen sind keineswegs auf der Suche nach flüchtigen Bekanntschaften. 

Eine Anhängerin der russischen Nationalelf: Bei der WM 2018 sind viele Fans auf der Suche nach Liebesabenteuern

Eine Anhängerin der russischen Nationalelf: Bei der WM 2018 sind viele Fans auf der Suche nach Liebesabenteuern

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Stereotype sind eine trügerische und gefährliche Sache. Doch insbesondere in Bezug auf die Bewohner fremder Länder halten sie sich hartnäckig. In Russland glaubt man, die Italiener seien expressiv und leidenschaftlich, die Deutschen pedantisch und geizig, die Engländer versnobt und prüde. Aber auch die Russen haben im Ausland einen spezifischen Ruf weg: Während die Männer als chronische Wodka-Trinker verschrien sind, gelten die russischen Frauen als besondere Schönheiten. In so manch einem Reiseführer werden die russischen Damen gar als eine Sehenswürdigkeit angepriesen. 

Und sie geben sich reichlich Mühe, diesem Klischee zu entsprechen. Ob es draußen stürmt und hagelt, Temperaturen um die minus 20 Grad herrschen oder man sich vor lauter Schneematsch kaum noch bewegen kann, die russischen Frauen verzichten so gut wie nie auf ihre High-Heels, Mini-Röcke und Kleider. 

Doch diese Vorliebe bringt ihnen freilich nicht nur den Ruf besonderer Schönheit ein, sondern auch den der "leichten Beute". Und so reisen in diesem Sommer so einige Fußball-Fans zur WM nach Russland in der Hoffnung nicht nur auf einen Sieg ihrer Nationalelf, sondern auch auf das ein oder andere Liebesabenteuer mit den Russinnen, die angeblich so leicht zu haben sind.

 "Ich bin zum ersten Mal bei einer WM und will Abenteuer"

Aus ihren Intentionen machen diese WM-Touristen kein Geheimnis. "Es gibt hier so viele schöne Mädchen", erzählte etwa der 25-jährige Mustafa aus Ägypten der Zeitung "Moskowskij Komsomolez". "Ich bin zum ersten Mal bei einer WM und will Abenteuer". Genauso geht es dem 50-jährigen Kolumbianer Diego. "Abends gehen wir los, mal sehen, was sich so ergibt", erzählte er mit einem schelmischen Lächeln im Gesicht. Frau und Kinder hat der Bank-Manager übrigens zu Hause gelassen. Sie würden sich nicht für Fußball interessieren, so seine Begründung.

Während die einen auf den Straßen Moskaus oder Sankt Peterburgs ihr Glück bei den russischen Frauen versuchen, gehen andere in sozialen Netzwerken auf Abenteuer-Suche. Tinder boomt. Nach Angaben des Pressedienstes der Flirt-App ist allein in der ersten Woche der WM die Anzahl der Likes, die sich Nutzer in den russischen Städten vergeben haben, um 42 Prozent gestiegen, die Anzahl der Matches sogar um 66 Prozent. Dabei kommen die meisten neuen Nutzer in Russland aus den USA, Großbritannien und Deutschland, berichtet die Online-Zeitung "Gazeta.ru" unter Berufung auf die Angaben von Tinder. Ihnen folgen Touristen aus Spanien, Frankreich und Brasilien. 

Verrückt nach "heißen lateinamerikanischen Jungs"

Tatsächlich erfreuen sich die internationalen Gäste bei den Russinnen großer Beliebtheit. "Viele Damen sind beim Anblick der 'heißen lateinamerikanischen Jungs' völlig verrückt geworden", kommentiert ein Autor der Zeitung "Swobodnaja Pressa" das Geschehen. Beim russischen Fußball-Fanclub gehen sogar bereits Beschwerden von russischen Männern ein, die sich von der internationalen Konkurrenz überrumpelt fühlen. "Ich habe bereits mehrere Beschwerden russischer Fans gesehen, die sich darüber ärgern, dass russische Frauen extra die Schauplätze aufsuchen, wo sich massenhaft Ausländer aufhalten, und sich sehr über die Aufmerksamkeit in ihre Richtung freuen", sagte der Präsident der Fan-Vereinigung Alexander Schprygin der Nachrichtenagentur NSN.

Der Kolumbianer Julian kann ein Lied davon singen. "Allein in Moskau haben mir 56 Mädchen geschrieben", erzählte er "Gazeta.ru" über seine Erfahrungen bei Tinder. "Ich habe mich mit fünf von ihnen getroffen und alle waren für ein Stelldichein zu haben", behauptet der 30-Jährige.

Touristen aus Lateinamerika haben für sich sogar schon eine Art Erfolgsformel entwickelt. Um auf Tinder bei den Russinnen zu punkten, sollte man auf jeden Fall ein Porträt-Bild haben und einen muskulösen Oberkörper vorzeigen können, erzählten sie einer Korrespondentin von "Gazeta.ru". Tattoos seien ein besonderer Bonus. 

Frische Ware auf dem Heiratsmarkt

Warum die internationalen Gäste bei den russischen Frauen so beliebt sind, lässt sich leicht begründen. Zum einen reizt die Exotik. Abseits der Metropolen wie Moskau und Sankt Petersburg sind etwa Australier oder Brasilianer nur selten anzutreffen. Zum anderen leidet Russland an einem starken Männermangel. Die aktuelle Geschlechterverteilung liegt in Russland bei 86,8 Männern auf 100 Frauen. Tendenz steigend. 

In einem Land, in dem immer noch weitestgehend traditionelle Rollenbilder vorherrschen, ist dieses Ungleichgewicht sehr problematisch - zumindest für die Frauen. Die meisten Russinnen betrachten die Rolle der Ehefrau und Mutter nach wie vor als die vorrangige Bestimmung der Frau. Wer mit 30 Jahren nicht mindestens schon einmal verheiratet war, gilt besonders in der Provinz bereits als "alte Jungfer". Die Ehe hat daher für viele Frauen oberste Priorität. Genau deswegen tragen sie stets High-Heels und Röcke. Man weiß ja schließlich nie, wo man seinem zukünftigen begegnen könnte.

Der Wunsch, endlich in den Ehehafen einzulaufen, und das Ungleichgewicht in der Geschlechterverteilung sind zwei der Hauptgründe für die relativ starke Heiratsmigration russischer Frauen ins Ausland, etwa nach Westeuropa oder auch in muslimische Länder wie Ägypten. 

Die WM-Touristen, die derzeit die russischen Städte bevölkern, sind in den Augen vieler russischer Frauen schlichtweg potenzielle Ehemänner. Frische Ware auf dem Heiratsmarkt. 

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Tränen und Herschmerz bei WM 2018 programmiert

Dass russische Frauen im Ausland nach einem Ehemann Ausschau halten, sei an sich nichts Neues, erklärte der Psychologe Konstantin Nebytovym in einem Gespräch mit der Zeitung "Swobodnaja Pressa". "Angesichts der großen Anzahl von Ausländern in Russland verlagert sich die Suche nur zur WM aus dem Netz in den physischen Raum. Die Ausländer, mit denen man sonst nur auf Tinder korrespondiert, befinden sich nun hier bei uns zu Gast. Also stürzen sich unsere Mädchen und Frauen, die davon träumen einen von ihnen zu heiraten, auf sie und wollen sie in der Realität bezirzen."

Und so sind Tränen und Herzschmerz bei der WM programmiert. Denn während die einen auf die große Liebe hoffen, suchen andere nur ein schnelles Abenteuer - was manchmal hässliche Formen annimmt. So wie im Fall der brasilianischen und argentinischen Fans, die in den vergangenen Tagen für Ärger sorgten. Sie trieben auf Kosten argloser Frauen böse Scherze, indem sie hübsche Mädchen Obszönitäten nachplappern auf Portugiesisch oder Spanisch nachplappern ließen, die Bloßstellung filmten und ins Netz stellten.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.