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Geheimnisvolles Privatleben: Allein unter Paaren: Wo ist eigentlich Putins First Lady?

Donald Trump kam mit seiner Melania, der finnische Präsident Sauli Niinistö mit seiner Jenni. Nur Wladimir Putin erschien zu dem Gipfel in Helsiniki ohne weibliche Unterstützung. Warum eigentlich?

Wladimir Putin mit seinem amerikanischen und finnischen Amtskollegen und ihren Frauen 

Wladimir Putin mit seinem amerikanischen und finnischen Amtskollegen und ihren Frauen 

DPA

Seit 18 Jahren herrscht Wladimir Putin über das größte Land der Welt. Doch noch immer ist der russische Präsident ein geheimnisumwitterter Mann. Sei Privatleben hält er streng unter Verschluss. Es sind nur einige wenige Fakten bekannt. Seit 2014 ist Putin offiziell geschieden. Nach 30 Jahren Ehe hatte er um Juni 2013 die Trennung von seiner Frau Ljudmila bekannt gegeben. "Es ist eine gemeinsame Entscheidung“, sagte der Staatschef damals in einem Interview mit dem Staatssender Rossija 24. "Unsere Ehe ist zu Ende - aufgrund der Tatsache, dass wir uns praktisch nie sehen", bestätigte Ljudmila Putina.

Seitdem ist Moskau voller Gerüchte und Klatsch. Eins davon hält sich hartnäckig seit einem Jahrzehnt. Die Olympiasiegerin Alina Kabajewa soll Ljudmilas Platz an der Seite Putins eingenommen haben. 2008 berichtete die Moskauer Zeitung "Moskowski Korrespondent" zum ersten Mal über die angebliche Affäre Putins mit der Olympiasiegerin. Kurz nach dem Erscheinen der Berichte wurde das Boulevardblatt eingestellt - offiziell aus finanziellen Gründen. Der verantwortliche Journalist wurde zusammengeschlagen. Seitdem sind die Gerüchte dennoch nie verstummt. Obwohl Putin und Kabajewa die Berichte stets zurückgewiesen haben, gilt die ehemalige Gymnastin in Russland seit Jahren als die heimliche First Lady. Das Paar soll inzwischen mehrere Kinder haben und längst verheiratet sein.

Vor zwei Jahren goss Kabajewa selbst zusätzliches Öl ins Feuer der brodelnden Gerüchteküche. Bei dem Besuch einer Eisshow in der Moskauer Megasport Arena trug sie einen hochkarätigen Klunker am rechten Ringfinger. Traditionell trägt man in Russland an diesem Finger den Ehering.

Auch die Töchter von Wladimir Putin bleiben ein Rätsel 

Aber warum macht Putin so ein großes Geheimnis aus seinem Privatleben? Um seine Familie zu schützen, lautet stets seine Antwort, wenn Journalisten diese Frage stellen. Der ehemalige KGB-Agent hält nicht nur sein Liebesleben streng unter Verschluss, sondern schirmt auch seine Kinder vor der Öffentlichkeit ab. Offiziell bekannt ist nur, dass er zwei Töchter aus seiner Ehe mit Ljudmila hat. Wo die beiden jungen Frauen wohnen, was sie machen und selbst wie sie aussehen - über all das gibt es nur Mutmaßungen. 

Laut Putin wollen seine Töchter selbst nicht, dass ihre Identität bekannt wird. Nicht nur aus Sicherheitsgründen, sondern auch um ein ganz normales Leben führen zu können.

Wladimir Putin mit seiner Ex-Frau Ljudmila und ihren beiden Töchtern 

Wladimir Putin mit seiner Ex-Frau Ljudmila und ihren beiden Töchtern. Es ist eins der wenigen Bilder, die von der Familie Putins öffentlich sind.

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Traditionelle Rolle der russischen First Ladys

Neben den Sicherheitsbedenken gibt es jedoch auch andere Gründe, warum Putin seine First Lady nicht der Welt vorführt. Zum einen bleiben die Frauen der russischen Staatschefs traditionell im Hintergrund. Im Gegensatz zu den amerikanischen First Ladys treten sie auf der politischen Bühne höchst selten auf. Meistens bleiben ihre Auftritte auf kulturelle oder religiöse Veranstaltungen im Inland begrenzt. Eine Ausnahme stellte nur die Ehefrau von Michail Gorbatschow dar. Putins Ex-Frau Ljudmila war hingegen höchst selten in der Öffentlichkeit zu sehen. 

Und dennoch: Ljudmila Putin wird in den Augen der russischen Bevölkerung immer die First Lady bleiben. 30 Jahre lang war sie die treue Begleiterin Putins, und zwar auch vor seinem Aufstieg zu Macht und Reichtum. Das macht sie in der Bevölkerung beliebt. 

Sollten sich zudem die Gerüchte bestätigen und Putins Beziehung mit Alina Kabajewa tatsächlich bis ins Jahr 2008 zurückreichen, dann hätte der russische Staatschef seine Frau betrogen. Im konservativen Russland wäre das ein Skandal. Als Verräter und Betrüger dazustehen kann sich Putin einfach nicht leisten. Das würde ihn in den Augen seiner zahlreichen weiblichen Anhänger den Ruf eines liebevollen Vaters und Ehemanns kosten. 

Alina Kabajewa in der Kritik 

Was die russische Bevölkerung von Alina Kabajewa hält, wurde erst vor einigen Wochen deutlich. Zur Eröffnung eines Festivals, dessen Schirmherrin sie ist, erschien Kabajewa in einem weißen Kleid mit offenen Schultern, das mit roten Blumen bestickt war. Das großflächige Muster war jedoch nicht das auffälligste an der Robe: Auf der Brust der heimlichen First Lady Russlands prangte der russische Doppeladler, das staatliche Emblem des Landes. Eine unglaubliche Anmaßung, lautete das Urteil der Öffentlichkeit. Solche Reaktionen nimmt natürlich auch Putin wahr.