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Obszönitäten Wie WM-Touristen sich über ahnungslose Russinnen lustig machen

Bei der WM 2018 fallen einige Touristen durch geschmacklose Scherze auf Kosten russischer Frauen auf
Bei der WM 2018 fallen einige Touristen durch geschmacklose Scherze auf Kosten russischer Frauen auf
© Sergei Bobylev / Picture Alliance
Brasilianische und argentinische WM-Fans sorgen in Russland für Ärger: Sie lassen arglose junge Frauen Obszönitäten nachplappern, filmen die Bloßstellung und stellen sie ins Netz. Für einige hat der geschmacklose Spaß nun Konsequenzen.

Die WM in Russland verläuft bislang weitgehend friedlich - allen Befürchtungen um marodierende Hooligans zum Trotz. Fußball-Fans aus aller Welt feiern Seite an Seite fröhlich die Erfolge ihrer Nationalmannschaften. Doch Ausnahmen gibt es natürlich immer. Im Netz sind in den vergangenen Tagen vermehrt Videos aufgetaucht, die in Russland für Empörung sorgen. Sie zeigen, wie WM-Touristen sich auf Kosten russischer Mädchen vulgäre Scherze erlauben.

Das Schema ist stets dasselbe: Männer lassen junge Russinnen fremdsprachige Wörter wiederholen und sie plappern im Glauben, es handele sich um harmlose Floskeln, Obszönitäten nach. Die erniedrigenden Scherze werden gefilmt und landen schließlich im Netz. 

In Rostow am Don erlaubten sich etwa zwei Brasilianer den bösen Spaß. Sie ließen drei Mädchen den portugiesischen Satz "Eu Quero dar a buceta para você" aufsagen, was so viel heißt wie "Ich möchte dir die Muschi geben".

Auch in Moskau fielen brasilianische Fans durch herabwürdigende Scherze auf. Ein Video zeigt etwa, wie junge Brasilianer fröhlich eine hübsche Blondine umkreisen und sie "Buceta Rosa" rufen lassen, was auf Portugiesisch "rosa Vagina" bedeutet. Als die junge Frau die Worte wiederholt, grölen die brasilianischen Fans "russische rosa Vagina".

Konsequenzen für die WM-Besucher 

Doch der Spaß ging für die Männer nach hinten los. Einer von ihnen, ein Angestellter der Fluggesellschaft LATAM Airlines Brasil, wurde entlassen. Gegen einen zweiten Mann der Gruppe, einen Angehörigen der brasilianischen Militärpolizei, wurde eine Disziplinaruntersuchung eingeleitet. Die brasilianische Staatsanwaltschaft wirft ihm außerdem Rassismus und sexuelle Belästigung vor und fordert einen Strafprozess. 

Für einen argentinischen Fan, der sich einen ähnlichen Scherz erlaubt hatte, folgten ebenfalls schmerzhafte Konsequenzen. Ihm wurde auf eine Forderung der argentinischen Regierung hin der Fan-Pass entzogen. Er darf nun keine Fußball-Stadien in Russland mehr betreten. Ob Argentinien nun ins Achtelfinale einzieht oder nicht, er muss das Spiel wohl aus der Ferne verfolgen. 

Auch das Ausscheiden bei einer Weltmeisterschaft will gelernt sein. Diese peruanischen Fans beherrschen es jedenfalls nicht.
ivi

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