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Vorrunden-Aus Keine Prämien für deutsche Spieler - WM kommt DFB trotzdem teuer zu stehen

Die deutsche Elf beim letzten WM-Gruppenspiel gegen Südkorea
Deutschland ist nach einer blamablen Vorstellung gegen Südkorea aus der WM ausgeschieden. Es war ein durch die Bank schwacher Auftritt – mit ganz, ganz wenigen Ausnahmen. Die DFB-Elf in der Einzelkritik.


Manuel Neuer patzte erstmals im Turnier, boxte den Ball aber noch rechtzeitig weg. Auch in der zweiten Hälfte mehrfach unsicher.
Jonas Hector tauchte wieder überraschend viel im gegnerischen Strafraum auf, allerdings kaum gefährlich. Klärte hinten mehrfach.
Sami Khedira war von Beginn an auf Fehlerminimierung bemüht. Das gelang ihm meist, mehr aber auch nicht.
Toni Kroos war wieder der bemühte Taktgeber des deutschen Spiels, allerdings sprang dabei nicht viel heraus.
Niklas Süle präsentierte sich deutlich besser als Konkurrent Rüdiger. An ihm lag es nicht.
Mats Hummels war der Rückhalt im Team, unterband nahezu jeden die Konter, machte seinen Job und hätte beinahe noch getroffen.
Joshua Kimmich war stets bemüht. Seinen Flanken fanden jedoch selten ihren Mann.
Marco Reus zeigte zunächst gute Ansätze, baute dann ab. Viel zu wenig für einen Spieler seiner Klasse.
Mesut Özil schaltete zunächst mehrmals schnell um, traute sich aber insgesamt zu wenig und wurde mit zunehmendem Spiel schlechter.
Leon Goretzka startete bemüht, aber meist ungenau. Vergab die Riesenchance nach der Pause. Ging nach einer Stunde vom Feld.
Timo Werner bekommt wieder das größte Fleißsternchen. Lief ununterbrochen, erarbeitete Bälle, aber zu selten selbst gefährlich.
Mario Gomez kam nach einer Stunde, hatte direkt eine gute Kopfballchance. Ansonsten wenig von ihm zu sehen.
Thomas Müller kam 30 Minuten vor Schluss und fand überhaupt nicht ins Spiel. Weiter nur ein Schatten seiner selbst.
Julian Brandt kam für die letzte Viertelstunde, zeigte wieder gute Ansätze.


In der Summe ergibt das das erste Vorrundenaus einer deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft.
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Durch das Scheitern der Nationalelf bei der WM 2018 entgeht dem DFB viel Geld. Für das Ausscheiden in der Vorrunde gibt es nur einen Bruchteil der erwarteten Fifa-Prämien. Auch die Spieler gehen leer aus.

Die Spieler gehen leer aus, und auch dem DFB entgeht eine Menge Geld. Das überraschende Vorrunden-Aus von Weltmeister Deutschland bei der WM in Russland hat auch finanzielle Auswirkungen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erhält bei der Ausschüttung des Weltverbandes Fifa nun nur etwa 6,7 Millionen der insgesamt rund 338 Millionen Euro Preisgeld. Zudem werden vom Weltverband noch etwa 1,3 Millionen Euro für die Turniervorbereitung überwiesen. Für das Erreichen jeder weiteren Runde hätte es jeweils mehr Geld gegeben bis hin zu 32,1 Millionen Euro, die der Nachfolger des DFB-Teams als neuer Weltmeister erhält. 

Allerdings spart sich der Verband die Prämien für die Spieler. Für den Fall der erfolgreichen Titelverteidigung hatte der DFB 350.000 Euro für jeden Profi ausgelobt, also insgesamt rund acht Millionen Euro plus Prämien für den Stab um Bundestrainer Joachim Löw. Selbst diese Summe wäre aber nur ein kleiner Teil der 25,4 Millionen gewesen, die der DFB zusätzlich von der Fifa erhalten hätte.

WM 2018 bedeutet für den DFB Verluste

Nun bekommen die 23 Akteure nichts. Denn eine Prämie hatte der DFB erst ab dem Erreichen des Viertelfinals versprochen. In diesem Fall wären es 75 .00 Euro gewesen. Für den Halbfinaleinzug wären es 125.000 Euro gewesen, für den 3. Platz 150.000 Euro und für eine Finalteilnahme 200.000 Euro pro Spieler. Für den Titelgewinn 2014 in Brasilien hatte der Verband 300.000 Euro an jeden Spieler ausgeschüttet.

Wie teuer genau die WM in Russland im Endeffekt für den DFB war, ist noch nicht bekannt. Die Abreise am Donnerstag fand nun 18 Tage früher statt als der im Falle eines Turniersiegs angesetzte Rückflug. Erst recht noch nicht abschätzbar sind entgehende Einnahmen von Sponsoren. Die WM 2014 in Brasilien hatte den Verband rund 22 Millionen Euro gekostet bei einer Fifa-Ausschüttung von 25,7 Millionen. Den Gewinn hatte der Verband mit der Liga geteilt.

ivi DPA

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