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Campingplatz-Unglück in den USA: Drei Personen nach Flutwelle vermisst

Mindestens 18 Menschen tot, nach dreien wird noch fieberhaft gesucht. So lautet die traurige Bilanz nach der gewaltigen Sturzflut auf einen Campingplatz im US-Staat Arkansas.

Nach dem Tod von mindestens 18 Campern bei einer gewaltigen Sturzflut im US-Staat Arkansas haben die Rettungskräfte am Sonntag noch nach mehreren Vermissten gesucht. Mit Geländewagen und zu Pferd durchkämmten sie ein Waldgebiet im Nationalpark Ouachita, in dem in der Nacht zum Freitag zwei Flüsse über die Ufer getreten waren. Wie die Staatspolizei von Arkansas mitteilte, wurden noch bis zu drei Personen vermisst. Zunächst war noch von mindestens 22 Vermissten die Rede gewesen.

Einsatzkräfte mit Kanus und Kajaks suchten auch die Flussufer in der Umgebung des verwüsteten Campingplatzes Albert Pike ab. Insgesamt waren rund 200 Helfer im Einsatz. Die Suche wurde durch dichte Vegetation und schlechte Mobilfunkverbindungen in dem Gebiet behindert. In dem Nationalpark wurden tragbare Mobilfunkmasten aufgestellt, um Überlebenden Notrufe zu ermöglichen. Es wurde erwartet, dass die Suche noch mehrere Tage oder sogar Wochen dauern wird, da Opfer möglicherweise weit weggeschwemmt wurden.

Das Hochwasser riss am Freitag Blockhüten und Bäume nieder und schwemmte Wohnmobile und Autos weg. Augenzeugen verglichen die Sturzflut mit einem Tsunami in einem Tal. Der Campingplatz wurde völlig verwüstet. Einige Trümmer hingen in mehr als sieben Metern Höhe in den Bäumen.

Die genaue Zahl der Vermissten war nicht klar. Der Gouverneur von Arkansas, Mike Beebe, erklärte, es hätten sich zahlreiche Menschen gemeldet, die ihre Angehörigen in dem betroffenen Gebiet vermuteten. Die Behörden bemühten sich derzeit, die Besitzer von abgestellten Autos zu erreichen. Ein Gästebuch, das Aufschluss über die genaue Zahl der Camper geben könnte, wurde von den Wassermassen weggerissen. Am Sonntag erklärte die Staatspolizei, es würden wohl nicht mehr als drei Personen vermisst. Andere zuvor als vermisst registrierte Personen hätten sich zum Zeitpunkt des Unglücks wahrscheinlich nicht auf dem Campingplatz aufgehalten.

"Wie ein Alptraum, aus dem man nicht erwachen kann"

Mindestens 24 Menschen wurden mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Unter den Todesopfern waren nach Angaben der Polizei mindestens sechs Kinder. "Es ist wie ein Alptraum, aus dem man nicht erwachen kann", sagte ein Helfer von der Heilsarmee, Harvey Johnson. Landwirtschaftminister Tom Vilsack besuchte am Samstag das Unglücksgebiet. US-Präsident Barack Obama sprach den Opfern sein Mitgefühl aus und bot Hilfe aus Washington an.

Die Camperin Denise Gaines aus Louisiana, die in einer Blockhütte direkt am Fluss übernachtete, sagte, sie sei von Lärmgeräuschen geweckt worden, die sich wie ein Flügelschlagen angehört hätten. Kurz darauf sei Wasser in die Hütte eingedrungen. "Ich dachte, es muss ein Schutzengel gewesen sein, der mich geweckt hat", sagte Gaines.

Die Hütte habe sich rasch bis auf Brusthöhe mit Wasser gefüllt, und sie habe sich mit ihren sechs Mitreisenden auf einen Baum gerettet. Dort harrte die Gruppe mehr als eine Stunde lang aus, bis sich das Wasser binnen weniger Minuten wieder zurückzog, wie Gaines sagte.

Andrew Demillo und Chuck Bartels, APN / APN
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