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Vor den Augen des Publikums: Cirque-du-Soleil-Artist will neue Nummer zeigen - und stürzt in den Tod

Dramatischer Zwischenfall beim Cirque du Soleil: Ein Akrobat ist bei einer Aufführung in Florida aus mehreren Metern Höhe abgestürzt und gestorben. Wenige Stunden zuvor hatte er seine neue Nummer noch im Internet angekündigt.

Yann Arnaud im vergangenen Jahr bei einer Show des Cirque du Soleil in Toronto

Tod in der Manege: Yann Arnaud, hier bei einer Show des Cirque du Soleil im vergangenen Jahr in Toronto

DPA

Er hatte sich offenbar sehr auf diesen Tag gefreut, doch die Aufführung seiner neuen Zirkusnummer endete für den Artisten Yann Arnaud mit dem Tod: Der erfahrene Künstler des weltberühmten Cirque du Soleil stürzte während einer Show im US-Bundesstaat Florida ab. Der 38-Jährige wurde noch in ein Krankenhaus gebracht, wo er aber seinen Verletzungen erlag. Er hinterlässt seinen Social-Media-Seiten zufolge eine Frau und zwei Töchter.

Arnaud kündigte Auftritt auf Instagram an

Das Unglück ereignete sich am Samstagabend während einer Aufführung in der Stadt Tampa, wie das kanadische Unternehmen am Sonntag mitteilte. Arnaud stürzte bei einer gemeinsamen Nummer mit seinem Kollegen Pawel Walczewski, bei der beide an Bändern über der Bühne hingen. "Nach so viel Arbeit und Training und Inszenierung ist unser Auftritt als Duo an den Riemen heute Abend endlich in der Show", schrieb der gebürtige Franzose nur Stunden bevor er sein Leben verlor auf Instagram. "Es ist Zeit, loszulegen @pawel_walczewski."

Im Internet kursiert ein Video, das den tödlichen Zwischenfall zeigen soll. Darauf ist zu sehen, wie zwei Artisten, bei denen es sich um Arnaud und Walczewski handeln soll, an langen Schlaufen in mehreren Metern Höhe über der Manege und den Zuschauerrängen schwingen und sich dabei nur mit einer Hand festhalten. Plötzlich verliert Arnaud den Halt und stürzt vor den Augen des entsetzen Publikums in die Manege.

"Alle eilten sehr schnell in die Manege, sie wollten sehen, was ihm passiert war", zitiert die US-Nachrichtenseite "WKRN.com" einen Augenzeugen. "Nach etwa fünf Minuten forderten uns die Mitarbeiter über die Lautsprecher auf, den Zirkus zu verlassen."

Die Polizei ermittelt nun, wie es zu dem Todessturz kommen konnte. Nach Angaben von Cirque-du-Soleil-Präsident Daniel Lamarre sammelt auch der Zirkus derzeit Informationen zu dem Vorfall. "Wir bieten den Behörden bei ihren Untersuchungen der Unglücksumstände unsere volle und transparente Zusammenarbeit an", versicherte Lamarre.

Zwei noch ausstehende Auftritte in Tampa sagte der Unterhaltungskonzern ab. "Die ganze Cirque du Soleil-Familie steht unter Schock und ist durch diese Tragödie am Boden zerstört", erklärte das Unternehmen. "Yann war über 15 Jahre bei uns und wurde von allen geliebt, die das Glück hatten, ihn kennenzulernen." In den kommenden Tagen und Wochen werde der Fokus darauf liegen, Arnauds Familie und die eigenen Mitarbeiter zu unterstützen.

Vierter Todesfall im Cirque du Soleil

Der Sturz von Arnaud war nicht der erste tödliche Zwischenfall beim 1984 im kanadischen Québec gegründeten Cirque du Soleil. 2016 starb der Sohn von Cirque-du-Soleil-Mitbegründer Gilles Ste-Croix., Olivier Rochette, bei Montagearbeiten in San Francisco. Dem 42-jährigen Techniker fiel beim Aufbau einer Show ein Teil der Bühnentechnik auf den Kopf. Er erlag seinen Verletzungen.

Im Juni 2013 starb die 31-jährige Französin Sarah Guyard-Guillot, als sich ihre Sicherheitsleine während einer Aufführung löste. Die Mutter zweier Kinder mit dem Künstlernamen Sassoon fiel kurz vor Ende der Show "Kà" aus rund 15 Metern Höhe in die Tiefe, als sie für eine Kampfszene in die Höhe gezogen wurde.

2009 starb der 24-jährige Ukrainer Oleksander Dschurow, genannt Sascha, bei einem tödlichen Sturz während einer Probe in Montréal.

mad, mit AFP
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