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Kriegsverbrechen im Irak: Mordanklage: Deutsche IS-Anhängerin soll Mädchen erst versklavt und dann verdurstet lassen haben

Eine 27-jährige Deutsche soll ein Mädchen im Irak versklavt haben. Die IS-Anhängerin ließ das Kind verdursten. Die Bundesanwaltschaft hat nun Mordanklage gegen die Frau erhoben.

Mossul Zivilisten

Menschen flüchten durch die zerstörte Altstadt von Mossul

Eine 27-jährige Deutsche muss sich wegen Kriegsverbrechen vor Gericht verantworten. Die Bundesanwaltschaft hält Jennifer W. für "hinreichend verdächtig", als Mitglied des Islamischen Staates eine Fünfjährige im Irak versklavt zu haben. Gemeinsam mit ihrem Mann soll sie das Mädchen "grausam getötet" haben, heißt es in der Mitteilung der Bundesanwaltschaft vom Freitag. Nun steht eine Mordanklage gegen die Frau vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts München im Raum. Ihr wird ein Kriegsverbrechen nach dem Völkerstrafgesetzbuch vorgeworfen.

Jennifer W. ist für Anti-Terror-Ermittler keine Unbekannte. Seit dem 29. Juni 2018 sitzt sie in Untersuchungshaft, nachdem sie nach Syrien ausreisen wollte. Die 27-jährige schloss sich nach Angaben der Bundesstaatsanwaltschaft  schon im August 2014 der Terrormiliz an. Von Juni bis September 2015 sei sie für die "Sittenpolizei" des IS abends in den Parks der irakischen Städte Falludscha und Mossul auf Patrouille gegangen. Mit einem Sturmgewehr bewaffnet habe sie Frauen kontrolliert, ob sie die Verhaltens- und Kleidungsvorschriften des Islamischen Staates einhielten.

 

Das Mädchen verdurstete in der Hitze

Den Ermittlungen zufolge soll die Frau gemeinsam mit ihrem Ehemann im Sommer 2015 aus einer Gruppe von Kriegsgefangenen heraus ein Mädchen gekauft haben. Die Fünfjährige hielt das Paar als Sklavin. Das Mädchen erkrankte, nässte sich auf ihrer Matratze ein. Der Ehemann habe es daher zur Strafe im Freien angekettet und "ließ das Kind dort bei sengender Hitze qualvoll verdursten". In der Anklage heißt es, Jennifer W. habe nichts unternommen, um das Kind zu retten.

Schon im Januar 2016 soll die 27-järhige versucht haben, nach Deutschland zurückzukehren. In der Deutschen Botschaft in Ankara habe sie neue Ausweispapiere beantragt, doch die türkischen Behörden nahmen sie fest und lieferten die Frau nach Deutschland aus. Ihr Fluchtversuch in das Herrschaftsgebiet des IS scheiterte im Juni dieses Jahres. Seitdem sitzt die IS-Anhängerin in Untersuchungshaft.

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sos