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Im Ärmelkanal entdeckt Deutscher trieb auf Paddleboard vor britischer Küste - wo kam er her?

Paddleboarder
Bei dem Paddleboarder, der vor der britischen Küste aufgegriffen wurde, soll es sich um einen Deutschen handeln
© Thomas Packman and Emma Barlow/Dover-Marina.com
Ein Deutscher wird auf seinem Paddleboard vor der britischen Küste aufgegriffen. Er sagt, er habe seine Reise in Frankreich begonnen. Doch britische Behörden geben an, er habe bloß die Orientierung verloren. Der Fall sorgt für Verwirrung.

Er trug einen Hut, Fleece, Shorts - und er hatte eine Tasche dabei: Ein Paddleboarder ist im Ärmelkanal vor der britischen Küste aufgegriffen worden. Wie verschiedene britische Medien berichten, soll der Mann etwa elf Kilometer vor der Küste von Dover zunächst vom Schiff einer Tauchschule entdeckt worden sein. Der Leiter des Tauch-Unternehmens, Chris Webb, sagte der britischen Zeitung "Independent", dass zunächst Verwirrung darüber herrschte, was genau da im Wasser trieb: "(…) als wir näher dran waren, sahen wir deutlich, dass es sich um eine Person auf einem Paddleboard handelte." Die Taucher sollen sich dann nach seinem Wohlbefinden erkundigt und die Küstenwache informiert haben, die 20 Minuten später auftauchte. Diese brachte den Mann dann zurück an Land.

Wie ein Sprecher des britischen Innenministeriums der Nachrichtenagentur "Press Association" berichtet, soll es sich bei dem Mann um einen deutschen Touristen handeln. Der Sprecher betonte, der Mann habe sich legal in Großbritannien aufgehalten, er sei kein "illegaler Migrant" gewesen. Bei seiner Rettung habe er sich schon einige Zeit auf hoher See befunden.

"Die Regierung will nicht, dass das bekannt wird"

Doch es herrscht Unklarheit darüber von wo aus der Mann zu seiner Tour aufgebrochen war. Während die Regierungsbehörde angab, der Mann habe einfach die Orientierung verloren, sagte der Deutsche bei seiner Rettung, er sei in der Nacht an der französischen Küste aufgebrochen, um auf seinem Paddleboard den Ärmelkanal zu überqueren. Der Leiter der Tauchschule sagte dem "Independent", er habe Zweifel an der Version des Mannes: "Meiner Meinung nach ist der Mann sicher nicht mitten in der Nacht über 22 Kilometer durch über Schifffahrtsstraßen gepaddelt." Er habe nicht den Eindruck gemacht, dass er bereits über sieben Stunden auf dem Wasser war.

Die britische Küstenwache brachte den Paddleboarder zurück an Land
Die britische Küstenwache brachte den Paddleboarder zurück an Land
© Thomas Packman and Emma Barlow/Dover-Marina.com

Nigel Scutt, ein Meeresforscher aus Dover hält es dennoch für möglich, dass der Mann aus Frankreich kam: "Die Taucher fanden ihn um 7.30 Uhr morgens, also hatte er wahrscheinlich gerade die Hälfte der Strecke Richtung Großbritannien zurückgelegt. Sowas passiert häufiger, aber es ist ein Thema, das polarisiert. Die Regierung will nicht, dass das bekannt wird." Auch Chris Webb räumte gegenüber dem "Independent" ein, dass sowas in der Vergangenheit schon vorgekommen sei: "Eine Person auf einer Luftmatratze schaffte es ungefähr 32 Kilometer über den Ärmelkanal."

amt

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