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Fall in Dubai : "Für dieses Pferd hast du mich verlassen": Britin droht Haft wegen Facebook-Posts

Weil sie ihren Ex-Mann und seine neue Frau auf Facebook beleidigt hat, drohen einer Britin in Dubai bis zu zwei Jahre Gefängnis. Auch wenn sie sich zum Zeitpunkt des Posts nicht in den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgehalten hat. 

In Dubai drohen für beleidigende Kommentare im Netz Haftstrafen 

In Dubai drohen für beleidigende Kommentare im Netz Haftstrafen 

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Einer Britin drohen in Dubai bis zu zwei Jahre Haft, weil sie auf Facebook ihren Ex-Mann als "Idioten" und seine neue Frau als "Pferd" beschimpft hat. Die Posts sind bereits drei Jahre alt. Doch nun wurde Laleh Sharavesh bei der Einreise in die Vereinigten Arabischen Emirate inhaftiert. Sie wollte an der Beerdigung ihres inzwischen verstorbenen Ex-Ehemannes teilnehmen, berichtet "BBC". 

18 Jahre lang war die Londonerin mit ihrem Mann verheiratet. Acht Monate ihrer Ehe hatte das Paar in den Vereinigten Arabischen Emiraten verbracht. Doch vor einigen Jahren kehrte Sharavesh nach London zurück, während ihr Gatte in Dubai blieb. Es folgte die Scheidung. Wenig später erfuhr die 55-Jährige, dass ihr Ex-Mann erneut geheiratet hat. 2016 kommentierte sie auf Facebook ein Foto der beiden mit den Worten: "Ich hoffe, du kommst unter die Erde, du Idiot. Seist du verdammt. Für dieses Pferd hast du mich verlassen." Ein anderes Mal schrieb sie: "Du hast ein Pferd geheiratet, du Idiot."

Die neue Gefährtin des Mannes fühlte sich offenbar so sehr angegriffen, dass sie die Londonerin anzeigte. Auch wenn sich Sharavesh zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Kommentars in Großbritannien aufgehalten hat, kann sie nach den Gesetzen der Vereinigten Arabischen Emirate in Dubai dafür belangt werden. Sollte sie nun verurteilt werden, drohen ihr bis zu zwei Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von bis zu 58.000 Euro. 

Klägerin zeigt sich unnachgiebig 

Die Leiterin der Organisation "Detained in Dubai" erzählte der BBC, dass sowohl sie als auch das britische Außenministerium die Klägerin gebeten haben, ihre Anschuldigung zurückzuziehen. Doch sie habe sich geweigert. Diese Entscheidung "scheint wirklich rachsüchtig zu sein", fügte sie hinzu.

Dem britischen "Telegraph" erzählte Sharavesh, dass sie in einem Hotel in Dubai auf ihren Gerichtstermin warten muss und das Gebäude nicht verlassen darf. Sie habe bereits ihren Job verloren und müsse sich nun verschulden. "Ich habe Angst. Ich kann nicht schlafen oder essen", sagte die 55-Jährige. "Meine Tochter weint sich jede Nacht in den Schlaf. Nachdem ihr Vater uns verlassen hat, haben wir nur noch einander. Es bricht mir das Herz, von ihr ferngehalten zu werden."

Die 14-jährige Tochter der Londonerin war mit ihrer Mutter zur Beerdigung ihres Vaters gereist und musste allein nach Großbritannien zurückkehren, nachdem ihre Mutter festgenommen worden war. Das britische Außenministerium erklärte, man setze sich für die Britin ein.

Quellen: BBC, "The Telegraph"

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ivi