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Waffendeal in Moskau: Verteidigungsminister zeichnet Bäumchen, während Putin mit Erdogan verhandelt

Vier S-400-Luftabwehrsysteme will die Türkei von Russland kaufen. In Moskau verhandelten Putin und Erdogan über den Waffendeal. Und was machte der russische Verteidigungsminister währenddessen? Er kritzelte seinen Notizblock mit Bäumchen voll. 

Moskau: Beim Treffen von Putin und Erdogan vertrieb sich Sergej Schoigu (Dritter v.l.) die Zeit damit, Bildchen zu zeichnen

Moskau: Beim Treffen von Putin und Erdogan vertrieb sich Sergej Schoigu (Dritter v.l.) die Zeit damit, Bildchen zu zeichnen

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Am Montag stattete Recep Tayyip Erdogan seinem Amtskollegen Wladimir Putin einen Besuch in Moskau ab. Es war bereits Erdogans dritter Besuch in Russland seit Jahresbeginn. Es ging vor allem um den Kauf der russischen S-400-Luftabwehrsysteme durch die Türkei. Beide Seiten müssten "ihre Zusammenarbeit im militärisch-technischen Bereich" verstärken, sagte Putin bei dem Treffen.

Es ging also um ein Thema, das den russischen Verteidigungsminister Sergej Schoigu eigentlich interessieren sollte. Doch der hatte während der Verhandlungen im Kreml offenbar ganz schön Langweile. Während Putin und Erdogan über eine militärische Kooperation verhandelten, kritzelte Schoigu ein hübsches, traditionelles Holzhäuschen und ein Bäumchen in seinen Notizblock. Fernsehkameras zeichneten die Szene auf und den aufmerksamen Internet-Nutzern entging sie natürlich nicht. Auf dem russischen Messaging-Dienst Telegram machte die kurze Videosequenz schnell die Runde. 

Milliarden-Waffendeal zwischen Moskau und Ankara

Politisch sorgen die Verhandlungen zwischen Russland und der Türkei für Spannungen, vor allem innerhalb der Nato: Die USA haben aus Protest das gemeinsame F-35-Kampfjet-Programm mit der Türkei auf Eis gelegt und fordern von Ankara eine Absage des S-400-Geschäfts mit Moskau.     

Die erste S-400-Lieferung ist für Juli geplant. Der geschäftsführende US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan hatte in der vergangenen Woche noch erklärt, er sei zuversichtlich, dass die Türkei stattdessen das Patriot-Raketenabwehr-System kaufen werde. Doch nach dem Treffen von Putin und Erdogan in Moskau sieht es nicht danach aus. "Niemand kann verlangen, dass wir darauf verzichten", sagte der türkische Staatschef. Es gebe bereits einen Fahrplan zur Umsetzung des Kaufs. "Wir haben schon entsprechende Schritte unternommen." Der Kremlchef betonte, die Lieferung nach Ankara habe nun Priorität. Der Agentur Interfax zufolge sollen die vier Flugabwehrsysteme vom Typ S-400 umgerechnet rund 2,2 Milliarden Euro kosten. 

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ivi