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Ebola-Fall in Madrid Hund der erkrankten Pflegerin soll eingeschläfert werden


Ob sich Excalibur mit Ebola angesteckt hat, ist völlig unklar. Dennoch wollen Spaniens Behörden den Hund der erkrankten Pflegerin vorsorglich einschläfern. Der Ehemann hat eine Petition gestartet.

Excalibur soll sterben. Spanien will den Hund der an Ebola erkrankten Pflegerin einschläfern. Gegen den Willen der Krankenschwester und ihres Mannes haben örtliche Behörden in Madrid einen Gerichtsbeschluss dazu erwirkt. Der Mann hat nun im Internet eine Petition gestartet, um das Leben des Hundes Excalibur zu retten. Fast 90.000 Menschen haben den Aufruf bereits unterstützt, bei Twitter wird die Petition unter dem Hashtag #SalvemosaExcalibur („Rettet Excalibur“) verbreitet.

Ob eine Übertragung des Ebola-Virus durch Hunde überhaupt möglich ist, ist äußerst unklar. Wissenschaftliche Beweise dafür gibt es nicht. Dass sich der Hund überhaupt bei der Krankenschwester infiziert hat, ist ebenfalls nicht bewiesen. Das Tier ist bislang gar nicht auf den Virus getestet worden.

"Wollen die mich jetzt auch einschläfern?"

In einem Interview mit der spanischen Tageszeitung "El Mundo" sagt Besitzer Javier Limón: "Der Hund ist genauso isoliert wie meine Frau und ich. Er hat das ganze Haus für sich allein, mit einer offenen Terrasse, so dass er sein Geschäft erledigen kann. Ich habe dem Hund große Vorräte an Wasser und Hundefutter hingestellt, die mehrere Wochen halten würden."

Wie lange Excalibur in solch einer Quarantäne bleiben müsste, um eine Ebola-Erkrankung ausschließen, ist nicht bekannt. Limón fragt deshalb: "Wollen die mich jetzt auch einschläfern?"

Fünf Patienten in Madrider Klinik

Nach der ersten Ebola-Ansteckung in Europa sind in einer Madrider Fachklinik insgesamt fünf Patienten im Zusammenhang mit der Epidemie in Behandlung. Eine Pflegehelferin sei seit Dienstagabend mit leichtem Fieber zur Beobachtung dort, heißt es in spanischen Medien. Außerdem sind in dem Krankenhaus die an Ebola erkrankte Pflegehelferin und Ehemann Javier.

Außerdem sollen in der Klinik Carlos III noch ein spanischer Ingenieur, der aus Nigeria gekommen sei und bei dem ein erster Test negativ ausgefallen sei sowie eine Krankenschwester der Intensivstation liegen. Bei ihr seien zwei Test jedoch negativ geblieben.

Spanien will die weitere Ausbreitung des lebensgefährlichen Virus unbedingt verhindern. Allerdings konnten die Gesundheitsbehörden weitere Infektionen nicht grundsätzlich ausschließen. Die Behörden erstellten Listen aller Personen, mit denen die Infizierte zuletzt Kontakt hatte. Dazu gehören die rund 30 Mediziner und Pfleger, die mit ihr zusammengearbeitet hatten, sowie 22 Menschen aus ihrem privaten Umfeld und Mitarbeiter des Krankenhauses in der Madrider Vorstadt Alcorcón, in dem die Virus-Infektion festgestellt wurde. Sie wurden unter Beobachtung gestellt.

nck/DPA DPA

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