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Kampagne in Großbritannien: Eisbären durch Trophäenjäger bedroht: "Wir müssen dieses Abschlachten beenden"

Nicht nur der Klimawandel, auch der Mensch selbst macht den Eisbären zu schaffen. Trophäenjäger tragen dazu bei, dass die Tiere vom Aussterben bedroht sind. Eine Kampagne will den Trend in Großbritannien einschränken.

Eisbären

Eine Eisbärenfamilie im Wapusk-Nationalpark im kanadischen Manitoba

Picture Alliance

Der Klimawandel macht den Eisbären schwer zu schaffen. Angesichts der zunehmenden Erderwärmung schmilzt ihnen ihr natürlicher Lebensraum im Eis, das man einst für ewig gehalten hat, förmlich unter den Pfoten weg. In den vergangenen Jahren gingen immer wieder schockierende Bilder von Eisbären durch die Medien, die sich kaum auf den Beinen halten konnten. Weltweit gibt es laut WWF noch etwa 22.000 bis 31.000 Eisbären, doch die Tiere sind vom Aussterben bedroht.

Ein wichtiger Grund dafür ist nicht nur der Klimawandel, sondern auch die direkte Bedrohung durch den Menschen. Zusätzlich zu den Herausforderungen einer sich verändernden Umgebung wird die Eisbärenpopulation nämlich immer wieder auch durch Jäger dezimiert, die es explizit auf die weißen Bären abgesehen haben. Tierschutzorganisationen wie die Initiative Ban Trophy Hunting machen sich dafür stark, dass die Regierungen die Eisbärenjagd einschränken oder ganz verbieten.

Trophäenjagd auf Eisbären nimmt zu

Wie der englische "Mirror" berichtet, hat die Jagd auf Eisbären zuletzt zugenommen. In den vergangenen Jahren seien am kanadischen Polarkreis 5000 dieser Tiere getötet worden. Besonders beliebt ist die sogenannte "Trophäenjagd", die die Tierschutzorganisation Peta als "die perverseste und häufigste Jagdform auf Eisbären" bezeichnet. Dabei jagen und erlegen Menschen Eisbären, um deren Fell als Souvenir mit nach Hause zu nehmen oder das Tier sogar komplett ausstopfen zu lassen.

It has long been time that the UK Government bans the import of animal trophies to Britain - SIGN our petition now: https://actionnetwork.org/petitions/stop-trophy-imports/

Gepostet von Ban Trophy Hunting am Samstag, 27. Juli 2019

Eduardo Gonςalves von Ban Trophy Hunting sagte dem "Mirror": "Wenn die Eisbären überleben sollen, müssen wir dieses Abschlachten beenden. Die Regierung sollte den Import von Jagdtrophäen sofort verbieten." So würde den Jägern zumindest die Hauptmotivation für ihr Hobby genommen – auf das Jagdrecht in anderen Ländern hat die britische Regierung natürlich keinen Einfluss. Ihrer Forderung hat die Initiative jetzt mit einer Petition Nachdruck verliehen. 

Kampagne fordert Einfuhrverbot für Jagdtrophäen

Um die Trophäenjagd hat sich ein ganzes Geschäftsfeld entwickelt. Verschiedene Anbieter versprechen ihren Kunden für einen Preis zwischen 35.000 und 45.000 US-Dollar eine Eisbärenjagd mit "hundertprozentiger" Erfolgsquote. Unterstützt werden die Jäger vor Ort von Einheimischen. Der Anbieter Quality Hunts wirbt auf seiner Website mit Bildern von Jägern, die freudestrahlend mit ihren Waffen neben toten Eisbären posieren, für seine Touren.

"Das Letzte, was die Eisbären brauchen, sind Trophäenjäger, die zum Spaß auf sie schießen, damit sie ein Selfie machen können und einen Bärenkopf über dem Kamin haben", sagte Tierschützer Gonςalves dem "Mirror". Die Regierung soll sich nach Meinung seiner Organisation auch international dafür einsetzen, dass im Artenschutzabkommen die Trophäenjagd verboten wird.

Eine wichtige Fürsprecherin in unmittelbarer Nähe der Regierung haben die Tierschützer nun auch. Carrie Symonds, Freundin des neu gewählten britischen Premierministers Boris Johnson, teilte auf Twitter kürzlich einen Artikel über die Eisbären-Jagd und zog somit mehr Aufmerksamkeit auf das Thema. "Diese Bilder sind verstörend. Mir fallen kaum majestätischere Tiere ein als die mächtigen Eisbären. Warum sollte irgendjemand an so etwas Freude haben?", schrieb sie dazu.

Quellen: Petition auf Action Network / "Mirror" / Ban Trophy Hunting auf Facebook / Quality Hunts

epp