HOME

Entgleister Zug bei St. Goar: Verspätungen und Ausfälle für mindestens zwei Tage

Nach heftigen Regenfällen stürzte Geröll ins Gleis und lies einen Intercity bei St. Goar entgleisen. Etwa 800 Menschen waren an Bord. Der Unfall ging glimpflich aus: Der Lokführer brach sich ein Bein, 14 Menschen verletztensich leicht. Der Zugverkehr wird über Tage eingeschränkt bleiben.

Nach dem Unglück eines Intercity bei St. Goar ist es am Montagmorgen zu Verspätungen und Zugausfällen im Schienenverkehr gekommen. Die Züge des Fernverkehrs würden auf die rechte Rheinseite umgeleitet und seien zum Teil etwa 25 Minuten zu spät, berichtete eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Die Mittelrheinbahn warnte auf ihrer Internetseite davor, dass Fahrten auf den Strecken Bingen-Koblenz und Oberwesel-Koblenz ausfielen. Auch der Schienenersatzverkehr könne wegen einer Sperrung der Bundesstraße 9 am Unfallort erheblich beeinträchtigt sein, hieß es dort.

Nach einem Erdrutsch bei heftigen Regenfällen ist in Rheinland-Pfalz ein Intercity mit etwa 800 Menschen an Bord am Sonntag entgleist. Der Lokführer erlitt einen Oberschenkelbruch, zehn Fahrgäste und vier Zugbegleiter kamen mit leichten Verletzungen davon, wie ein Sprecher der Bundespolizei mitteilte. Starker Regen hatte Schlamm, Sand und Gestein auf die Gleise in dem engen Rheintal zwischen St. Goar und Fellen gespült. Das Geröll ließ die Lokomotive und vier Waggons aus den Gleisen springen. Die Wagen stürzten aber nicht um. Der Stromabnehmer der Lok wurde beschädigt, ebenso mehrere Meter Gleise. Die Höhe des Schadens sei noch nicht abzuschätzen.

Die Fahrgäste wurden laut Polizei zunächst in der Rheinfelshalle in St. Goar untergebracht, wo sie auf ihre Weiterreise mit Bussen und Taxis warteten. Am frühen Montagmorgen hatten alle Reisenden ihre Heimfahrt angetreten, teilte die Polizei mit. Ein Großaufgebot von Feuerwehr, Polizei, Technischem Hilfswerk, Notfallseelsorgern und Rettungskräften war vor Ort - insgesamt fast 300 Helfer, die die Passagiere unter anderem mit Drehleitern aus dem Zug holten.

Strecke für mindestens zwei Tage gesperrt

Nach Angaben der Deutschen Bahn wurde die linksrheinische Bahnstrecke zwischen Oberwesel und Boppard gesperrt und Züge über die rechte Seite umgeleitet. Auf dem gesperrten Stück wurde zudem ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. An umliegenden Bahnhöfen seien Mitarbeiter im Einsatz, um Reisende über die Einschränkungen zu informieren. Der Unglückszug war von Hamburg nach Stuttgart unterwegs.

Die Strecke bleibe voraussichtlich wenigstens die kommenden zwei Tage gesperrt, sagte der Sprecher der Bundespolizei. Der IC müsse nun von Spezialisten wieder ins Gleisbett gehoben werden. Dafür rückten am frühen Montagmorgen Spezialkräne an. Die Ermittlungen zur Unfallursache dauerten an. Auch Experten der Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle reisten dafür an.

Die linksrheinischen Gleise im Rhein-Hunsrück-Kreis zählen zu den meistbefahrenen Bahnstrecken Deutschlands. Die Bahnroute gilt zudem als eine der romantischsten im Land. Sie führt durch das Unesco-Welterbe Oberes Mittelrheintal und entlang zahlreicher Burgen und terrassierter Weinberge.

ono/DPA / DPA