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Seltenes Tier erschossen Ermittler untersuchen dramatischen Tiger-Angriff in Florida-Zoo

Malaysische Tiger (hier in einem tschechischen Zoo) gelten als stark gefährdet
Malaysische Tiger (hier in einem tschechischen Zoo) gelten als stark gefährdet
© Slavek Ruta/ / Picture Alliance
Ein Tiger-Angriff hat einen Zoo in Florida geschockt. Das Tier ist nun tot, ein Mann schwer verletzt im Krankenhaus – und die Behörden ermitteln, warum er seinen Arm durch das Gitter streckte.

Am Dienstag postete der Naples Zoo in Florida noch ein lustiges Zunge-raus-Foto von Publikumsliebling Eko auf Twitter. Kurz darauf biss der seltene malaysische Tiger einem Mann in den Arm – und wurde erschossen. Seit Tagen sorgt der Tiger-Angriff in den USA für großes Aufsehen und Diskussionen. 

Der Vorfall ereignete sich am Mittwochabend nach Einbruch der Dunkelheit, als der Zoo schon für Besucher geschlossen hatte. Eine Reinigungskraft, die eigentlich den Souvenirladen und die Toiletten sauber machen sollte, hatte eine Besucher-Absperrung überquert, sich dem Tiger-Käfig genähert und den Arm durch den Zaun gestreckt – wohl, um Eko zu streicheln oder zu füttern, wie die Polizei später festhielt. Doch Eko biss zu und ließ den Arm nicht mehr los. 

Es folgten dramatische Minuten, in denen der Mann es schaffte, mit dem Handy einen Notruf abzusetzen. Den Arm im Maul des Tigers, ruft er in Todesangst um Hilfe. Die Bodycam des herbeigerufenen Polizisten zeigt, wie dieser sich der Szene nähert, seine Waffe durch den Zaun streckt und auf den Tiger schießt. Das Tier starb kurz darauf in seinem Gehege, der 26-jährige Mann wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. 

"Warum den Tiger töten?"

Mehr als das weitere Schicksal des verletzten Mannes beschäftigt viele Leser und Kommentatoren der lokalen Medienberichte nun der Tod des Tigers. "Warum den Tiger töten? Er hat nichts falsch gemacht", lautet eine von zahlreichen Leserreaktionen, die die "Naples Daily News" zusammengetragen hat.

Die Behörden betonen, dass es keine andere Wahl gegeben habe. "Unser Hilfssheriff hat alles getan, was er in dieser Situation tun konnte, und er hat letztlich die einzig mögliche Entscheidung getroffen, um das Leben dieses Mannes zu retten", sagte Sheriff Kevin Rambosk. Auch Zoodirektor Jack Mulvena unterstützte in einem Statement das Vorgehen der Polizei. Zudem schickte er Genesungswünsche an den verletzen Mann, der für eine externe Reinigungsfirma arbeitet. "Es war ein schlimmer Fehler, eine schlechte Entscheidung, aber wir wünschen ihm nur das Beste für seine Genesung, und das möchte ich von Herzen sagen." Laut CNN droht dem Mann, dessen aktueller Zustand unbekannt ist, womöglich ein Verfahren, weil er einen verbotenen Bereich betreten hat.

Der Naples-Zoo betont, über ausreichende Sicherheitsmaßnahmen zu verfügen. Während der Öffnungszeiten sei stets ausgebildetes Personal vor Ort, das im Notfall eingreifen könne. Der acht Jahre alte Eko war der einzige Tiger des Zoos und Teil eines Zuchtprogramms für bedrohte Tierarten. Malaysia-Tiger gelten als stark gefährdet, weltweit gibt es nur noch geschätzte 250 frei lebende Exemplare.

Quellen:  CNN / Naples Daily News / Naples Zoo / Sheriff's Office

bak

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