Fährunglück in Ägypten Randale im Reederei-Büro


Seit Tagen warten Opfer-Angehörige des Fährunglücks im Roten Meer auf Informationen über das Schicksal ihrer Verwandten. Nun hat sich die Wut darüber mit einem Sturm auf ein Büro der Reederei entladen.

Aufgebrachte Angehörige von Opfern des Fährunglücks in Ägypten haben in einem Büro der Reederei randaliert und Mobiliar in Brand gesetzt. Aufnahmen von Reuters-TV zeigten eine wütende Gruppe von Männern, wie sie Stühle, Aktenschränke und Teile von Klimaanlagen aus dem ersten Stockwerk des Gebäudes in der Hafenstadt Safaga schleuderten.

Schreiend und singend zündeten sie die Bürogegenstände dann auf der Straße an. Augenzeugen hatten zuvor berichtet, die Angehörigen hätten Feuer innerhalb des Bürogebäudes gelegt.

Polizisten gingen mit Tränengas gegen die Menge vor, die das Büro der Reederei As Salam Maritime Company stürmte. Die Menschen warten bereits seit Freitag an den Toren des Hafens auf eine Nachricht von ihren Angehörigen, die an Bord waren.

Das Schiff mit rund 1400 Menschen sank auf dem Weg von Saudi-Arabien nach Safaga, vermutlich starben bis zu 1000 Passagiere. Nach offiziellen Angaben wurden bis Sonntag 387 Überlebende aus den Fluten gerettet. 135 Leichen seien geborgen worden.

Überlebende hatten am Wochenende schwere Vorwürfe gegen die Besatzung erhoben. So sollen Kapitän und Besatzung das sinkende Schiff verlassen und die Passagiere im Stich gelassen haben. Das Schicksal des Kapitäns war zunächst nicht bekannt.

Unklar blieb vorerst auch, warum kein Notruf an die Küstenwache abgesetzt wurde. Außerdem war noch offen, warum die Besatzung die Passagiere nicht rechtzeitig in Sicherheit brachte. Ersten Augenzeugenberichten zufolge war an Bord aus noch ungeklärter Ursache ein Feuer ausgebrochen.

Reuters Reuters

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