VG-Wort Pixel

Fährunglück in Südkorea Polizei verhaftet Chef der "Sewol"-Reederei


Die Verhaftungswelle nach dem Fährunglück in Südkorea nimmt kein Ende. Nachdem 14 Crewmitglieder und der Kapitän schon in Gewahrsam sind, wurde nun auch der Reederei-Chef festgenommen.

Nach dem Fährunglück in Südkorea ist am Donnerstag der Chef der Reederei festgenommen worden. Dem Vorsitzenden der Chonghaejin Marine Co., Kim Han Sik, werden unter anderem fahrlässige Tötung und Verstöße gegen das Seerecht vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Kim soll mitverantwortlich dafür sein oder zumindest gewusst haben, dass die Fähre stark überladen war. "Ich entschuldige mich bei den Opfern und ihren Familien", sagte Kim, als er in Handschellen aus seinem Haus abgeführt wurde. Auf Nachfragen der anwesenden Reporter antwortete er nicht.

Die Fähre "Sewol" war Mitte April mit 476 Menschen an Bord gekentert. Unter den Passagieren waren 250 Schüler, die auf Klassenfahrt waren. Bis Donnerstag wurden 269 Leichen geborgen, 35 Menschen gelten noch als vermisst. Wegen des Unglücks wurden bislang vier Verantwortliche des Fährunternehmens sowie der Kapitän und 14 Besatzungsmitglieder festgenommen. Die Fähre war nach ersten Ermittlungen völlig überladen, zudem wurde die Evakuierung des Schiffes verzögert.

Die Suche an der gesunkenen Fähre ist wegen der Strömung und der schlechten Sicht im trüben Wasser äußerst schwierig. Am Dienstag war einer der Taucher ums Leben gekommen. Insgesamt seien 24 Taucher wegen Verletzungen oder gesundheitlicher Beschwerden behandelt worden, sagte Katastrophenschutzsprecher Ko Myung Suk.

awö/AFP AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker