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New Orleans: Verstorbener spielt Playstation bei eigener Totenwache – Familie inszeniert toten Sohn

Renard Matthews hatte zwei Leidenschaften: Playstation spielen und die Boston Celtics. Bei einer Schießerei kam er Ende Juni ums Leben. Seine Familie gedachte seiner bei der Totenwache auf besondere Weise.

Es ist wohl für Deutsche eines der ungewöhnlichsten Bilder von einer Totenwache, das man je gesehen hat. In den meisten Fällen liegen die Verstorbenen bei einer Totenwache entweder im Bett oder werden aufgebahrt. Doch die Familie von Renard Matthews hat sich für einen anderen Anblick zum Abschiednehmen entschieden. Sie wollte, dass der 18-Jährige so in Erinnerung behalten wird, wie er auch im Leben war. Und da hatte der junge Mann aus New Orleans zwei große Leidenschaften: Er war Fan der US-amerikanischen Basketball-Mannschaft Boston Celtics und er liebte Videospiele. Am 26. Juni kam er bei einer Schießerei ums Leben.

Matthews saß bei seiner Totenwache in einem Schreibtischstuhl, trug Basecap, Sonnenbrille, als Oberteil ein sogenanntes Kyrie Irving Association Edition Swingman Jersey seines Lieblingsteams sowie die passenden Socken – und hielt einen PS4-Controller in den Händen. Neben ihm stand ein Tischchen mit klassisch amerikanischer Verpflegung. Vermutlich mochte er auch das besonders gern – Doritos-Tortilla-Chips und eine Flasche Root Beer.

Wie im echten Leben

Was auf dem Tweet des Fernsehsenders WGNO aus Louisiana nicht zu sehen ist, darüber hat "Sports Illustrated" berichtet: Vor dem Leichnam steht ein Bildschirm, auf dem ein Playstation-Spiel läuft – eine Basketball-Simulation zwischen den Boston Celtics und den Golden State Warriors aus Kalifornien.

Da sich die Familie und seine Freunde so früh von Renard Matthews verabschieden mussten, wollten sie ihn so in Erinnerung behalten, wie sie ihn am besten kannten. Anhand der Reaktion bei Twitter lässt sich erkennen, dass so eine Inszenierung für viele eine Irritation oder gar ein Tabubruch ist. Eine Userin schreibt: "Ich dachte, mir würde das nicht gefallen, aber je genauer ich hinschaute und begann, darüber nachzudenken, desto mehr berührt es mich. RIP".

In den USA ist diese Art Abschied zu nehmen gar nicht so ungewöhnlich, wie eine Bildersuche bei Google unter den Stichworten posed funeral verrät.

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