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Florida: "Charley" fordert 13 Todesopfer

Hurrikan "Charley" hat weite Teile Floridas verwüstet und mindestens 13 Menschen in den Tod gerissen. Während Florida aufgeräumt, formieren sich über dem Atlantik neue Stürme.

Der Hurrikan "Charley" hat weite Teile des US-Staates Florida verwüstet und mindestens 13 Menschen in den Tod gerissen. Mehrere hundert Personen wurden am Sonntag noch vermisst. Tausende Menschen wurden obdachlos, weil ihre Häuser zerstört wurden, rund zwei Millionen Haushalte waren zwischenzeitlich ohne Strom. US-Präsident George W. Bush kündigte für Sonntag einen Besuch im Katastrophengebiet an. Der Sturm forderte außerdem mindestens vier Menschenleben in Kuba und eines in Jamaica.

"Charley" war am Freitag an der Westküste Floridas bei Charlotte Harbor auf Land gestoßen. Das Auge des Hurrikans zog in der Nacht zum Samstag (Ortszeit) mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 230 Kilometern pro Stunde über Punta Gorda nördlich von Fort Myers hinweg. Auf dem Flugplatz der 15.000-Einwohner-Stadt wurden Kleinflugzeuge durch die Luft gewirbelt, das örtliche Krankenhaus musste seine Patienten verlegen. "Es sieht aus wie in einer Kriegszone", sagte Buddy Martin von der Zeitung "Charlotte Sun". "Überall liegen Stromleitungen, Straßenschilder, abgerissene Teile von Dächern, riesige Bäume wurden entwurzelt. Wo man hinsieht, Zerstörung."

Meteorologen unterschätzten "Charley"

Im Landkreis Charlotte wurden nach Angaben der Behörden 31 Caravan-Parks dem Erdboden gleich gemacht. Auf einem dieser Plätze hielten am Samstag Sicherheitskräfte Wache bei mehreren Leichen, da das Gebiet für Krankenwagen unzugänglich war, teilte der regionale Direktor des Katastrophenmanagements, Wayne Sallade, mit. Die genaue Zahl der Opfer werde sich wohl erst in einigen Tagen beziffern lassen. Der Katastrophenmanager verglich die Lage mit der nach dem Hurrikan "Andrew" 1992, bei dem 26 Menschen ums Leben kamen. Sallade beklagte, dass die Meteorologen die Stärke von "Charley" bis unmittelbar vor dessen Ankunft unterschätzt hätten.

Bis Sonntagmorgen (Ortszeit) wurden in Florida dreizehn Tote aus den Landkreisen Charlotte, Orange, Polk, Volusia, Desoto, Lee und Sarasota gemeldet. Sie wurden von umstürzenden Bäumen oder umherfliegenden Häuserteilen erschlagen oder starben bei Verkehrsunfällen. Am Sonntag suchten Rettungskräfte weiter nach Überlebenden und Opfern, dies gestaltete sich wegen abgerissener Stromleitungen und großer Trümmerbrocken schwierig.

Neue Stürme formieren sich

Präsident Bush erklärte Charlotte und drei weitere Kreise zum Katastrophengebiet und qualifizierte sie damit für Bundeshilfen. Sein Bruder Jeb, der Gouverneur von Florida, rechnete mit Sturmschäden in Höhe von mehr als 15 Milliarden Dollar: "Unsere schlimmsten Befürchtungen sind wahr geworden." Die US-Regierung entsandte 25 Gerichtsmediziner ins Katastrophengebiet, um bei der Identifizierung von Leichen zu helfen.

In Florida waren vor der Ankunft des Sturms 1,4 Millionen Menschen evakuiert worden, in South Carolina verließen rund 180.000 Menschen die Küstenregionen.

"Charley" zog am Sonntag nach Norden an der Ostküste weiter, er wurde inzwischen zu einem Tropensturm herabgestuft. In Orlando öffneten Vergnügungsparks wieder. Derweil brauten sich über dem Atlantik der vierte und fünfte Sturm der Saison zusammen: "Danielle" verwandelte sich am Samstag in einen Hurrikan, sie war allerdings noch mehrere Tage vom Festland entfernt. Der Tropensturm "Earl" formierte sich rund 360 Kilometer südöstlich von Barbados.