HOME

Flugzeugabsturz in Brasilien: Leichen geborgen

Zwei Tage nach dem Flugzeugabsturz in Brasilien sind die ersten Toten geborgen worden. In dem schwer zugänglichen Dschungel helfen Indios mit ihren Ortkenntnissen bei der Suche nach den Opfern.

Zwei Tage nach dem schwersten Flugzeugunglück in der Geschichte Brasiliens mit 155 Toten ist im Amazonas-Urwald mit der Bergung der Opfer begonnen worden. Wie Medien in der unter Berufung auf die Luftwaffe berichteten, konnten am Sonntagabend die ersten zwei Leichen aus dem Unfallort im Norden des zentralwestlichen Bundeslandes Mato Grosso mit Hubschraubern geholt werden. Die Bergungsaktionen seien aber in der Nacht wegen der Dunkelheit und heftigen Regens unterbrochen worden.

Deutscher unter den Opfern

Eine Boeing 737-800 der brasilianischen Gesellschaft Gol war nach einem Zusammenstoß mit einer kleineren Maschine in 11.000 Metern Höhe abgestürzt. Es gebe definitiv keine Hoffnung mehr, Überlebende zu finden, so Luftwaffe, Zivilluftfahrtbehörden sowie die Flughafenverwaltungsbehörde Infraero. Unter den Fluggästen auf dem Weg von Manaus in die Hauptstadt Brasilia war auch ein 48-jähriger deutscher Anthropologe, der in dem südamerikanischen Land lebte. Staatschef Luiz Inàcio Lula da Silva ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

Wie die Luftfahrtbehörden informierten, kann die Boeing bereits vor dem Aufprall in Stücke zerfallen sein, da der Wald am Unfallort praktisch unbeschädigt geblieben war. Die Maschine sei nach den bisherigen Ermittlungen fast senkrecht auf dem Boden aufgeschlagen, teilte Infraero mit. Die Untersuchung der Unglücksursache werde mindestens drei Monate dauern, weil der Unfallort sehr schwer zugänglich sei.

Indios helfen bei der Suche

Nach amtlichen Angaben spielen bei den Such- und Rettungsarbeiten Indianer mit ihren Ortskenntnissen eine entscheidende Rolle. Beteiligt seien neben den Indios rund 300 Militärangehörige. Der Unfallort fern jeder größeren Stadt, jeder Straße und auch jedes Militärstützpunktes sei praktisch nur von der Luft aus zu erreichen. Acht Flugzeuge und fünf Hubschrauber würden eingesetzt.

Die Boeing war mit einer zweimotorigen Privatmaschine vom Typ Embraer Legacy zusammengestoßen. Die kleine Maschine, die von einem US-Amerikaner gesteuert worden sei, habe noch auf einem Militärstützpunkt notlanden können. An Bord dieses Privatflugzeugs, das von Sao Paulo in die USA unterwegs war, waren laut Behörden sieben US-Bürger, darunter auch ein Journalist der "New York Times".

Gol ist eine Billigflug-Linie, die 2001 gegründet wurde. Nach Angaben der Gesellschaft war das Unglücksflugzeug vom Hersteller erst am 12. September geliefert worden und bis zum Unfall nur rund 200 Stunden in der Luft gewesen.

DPA / DPA