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Flugzeugabsturz in Südhessen: Viertreichste Russin unter den Absturzopfern – wer ist Natalija Filjowa?

Bei einem Flugzeugabsturz in Südhessen ist offenbar auch die Geschäftsfrau Natalija Filjowa ums Leben gekommen. Die 55-Jährige galt als viertreichste Frau Russlands und war im Luftfahrtgeschäft tätig.

Natalija Filjowa: Viertreichste Russin stirbt bei Flugzeugabsturz in Südhessen

Russland, Novosibirsk: Die Miteigentümerin der S7-Gruppe, Natalija Filjowa

DPA

Nach dem Absturz eines Kleinflugzeugs in Südhessen mit drei Toten gehen die Ermittlungen zur Unfallursache am (heutigen) Montag weiter. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen war bereits am Sonntag eingeschaltet worden. Am Montagmorgen soll die Bergung der Leichen beginnen. In der Nacht sei dies wegen der Dunkelheit nicht möglich gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Auch Spuren konnten noch nicht gesichert werden. Die Maschine war am Sonntagnachmittag bei frühlingshaftem Wetter in ein Spargelfeld bei Erzhausen nahe Darmstadt gestürzt und sofort ausgebrannt (lesen Sie hier mehr über die Hintergründe). Warum das Flugzeug abstürzte, ist bislang unklar. 

Russische Experten wollen nach Flugzeugabsturz bei Untersuchungen zu Ursachen helfen

Am späten Sonntagabend wurden erste Informationen zu den Opfern bekannt: So war die prominente russische Geschäftsfrau Natalija Filjowa an Bord. Die Miteigentümerin der S7-Fluggesellschaft sei im Alter von 55 Jahren bei dem Unglück gestorben, teilte das Unternehmen der Deutschen Presse-Agentur in Moskau mit. "Das ist ein unwiederbringlicher Verlust", sagte eine Sprecherin. Filjowa sei eine inspirierende Managerin und wunderbare Frau gewesen. Auch russische Experten sollten bei den Untersuchungen zur Unfallursache helfen, sagte die S7-Sprecherin. 

Die 55-Jährige war 2018 laut dem US-Magazin "Forbes" die viertreichste Frau Russlands mit einem geschätzten Vermögen von 600 Millionen US-Dollar (knapp 535 Millionen Euro) und nahm damit Platz 172 der Rangliste ein. Laut dem russischen "Forbes"-Portal war Filjowa seit den 1990er-Jahren im Luftfahrtgeschäft tätig. 1998 seien sie die kontrollierenden Aktionäre von Siberia Airlines geworden, die aus einem Tochterunternehmen von Aeroflot entstanden war und seit Mai 2006 als S7 Airlines firmiert. In den folgenden Jahren sei das Familienunternehmen stark expandiert, im Jahr 2016 wurde unter anderem das  Raumfahrtunternehmen Sea Launch für rund 150 Millionen Dollar akquiriert. S7 Airlines führe täglich rund 120 Flüge durch, mehr als ein Drittel davon gingen ab Moskau.

Russischen Medien zufolge war auch Filjowas Vater mit in dem Flugzeug. Die Polizei bestätigte die Identitäten zunächst nicht - sprach aber von zwei russischen Staatsangehörigen. Zu dem Piloten der Maschine gab es zunächst keine Informationen. 

Quellen: "Forbes.ru"

Absturz mit drei Toten: Beamte der Kriminalpolizei und Luftfahrtexperten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung untersuchen das Wrack des am Sonntag abgestürzten Geschäftsflugzeuges in der Nähe des Flugplatzes Egelsbach.
fs / Mit Material der Nachrichtenagenturen DPA und AFP