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Flugzeugabsturz in Hessen: Russische Millionärin unter Todesopfern – Polizei verunglückt auf Weg zum Einsatz

Dramatische Ereignisse in Hessen: Bei einem Flugzeugabsturz kommen drei Menschen ums Leben, dann wird ein Einsatzwagen der Polizei in einen tödlichen Unfall verwickelt.

Auf dem Weg zum Absturzort des Kleinflugzeugs stieß ein Polizeiwagen frontal mit einem anderen Pkw zusammen

Auf dem Weg zum Absturzort des Kleinflugzeugs stieß ein Polizeiwagen frontal mit einem anderen Pkw zusammen

DPA

Beim Absturz eines Kleinflugzeugs in Südhessen sind nach ersten Erkenntnissen der Polizei drei Menschen ums Leben gekommen. Die Maschine stürzte am Sonntagnachmittag gegen 15.30 Uhr auf ein Spargelfeld in Erzhausen bei Darmstadt und brannte komplett aus, wie die Polizei am Abend mitteilte. Die Trümmer waren nach Angaben einer Sprecherin über einen Radius von bis zu 20 Metern verteilt. Die Absturzstelle ist nur wenige Kilometer vom Flugplatz Egelsbach entfernt, dort wollte die Unglücksmaschine landen. Die Untersuchungen zur Ursache des Flugzeugabsturzes laufen. Zu einem schweren Verkehrsunfall mit zwei Toten und drei Schwerverletzten kam es, als ein Polizeiwagen nach dem Flugzeugabsturz zum Unglücksort eilte. 

Viertreichste Frau Russlands unter Opfern – Unglücksursache noch unklar

Am späten Sonntagabend wurden erste Informationen zu den Opfern bekannt: So war die prominente russische Geschäftsfrau Natalija Filjowa an Bord (s. Update unter diesem Text, Anm. d. Red.). Die Miteigentümerin der S7-Fluggesellschaft sei im Alter von 55 Jahren bei dem Unglück gestorben, teilte das Unternehmen der Deutschen Presse-Agentur in Moskau mit. "Das ist ein unwiederbringlicher Verlust", sagte eine Sprecherin. Filjowa sei eine inspirierende Managerin und wunderbare Frau gewesen. Die 55-Jährige war 2018 laut dem US-Magazin "Forbes" die viertreichste Frau Russlands mit einem geschätzten Vermögen von 600 Millionen US-Dollar (knapp 535 Millionen Euro).

Auch russische Experten sollten bei den Untersuchungen zur Unfallursache helfen, sagte die S7-Sprecherin. Filjowa galt als eine der reichsten Frauen Russlands. Russischen Medien zufolge war auch ihr Vater mit in dem Flugzeug. Die Polizei bestätigte die Identitäten zunächst nicht - sprach aber von zwei russischen Staatsangehörigen. Zu dem Piloten der Maschine gab es zunächst keine Informationen. 

Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung (DFS) handelte es sich bei der Unglücksmaschine um ein Flugzeug vom Typ Epic E1000. Die Maschine sei am Sonntagmittag von einem Flugplatz im französischen Cannes gestartet. Gegen 15.22 Uhr habe sich der Pilot bei der Deutschen Flugsicherung, die für den deutschen Luftraum zuständig ist, abgemeldet, um sich beim Tower des Airport Egelsbach anzumelden, sagte ein Sprecher. Zugleich sei der Pilot vom Instrumentenflug auf Sichtflug übergegangen, was ein übliches Verfahren sei. Zum Zeitpunkt des Unglücks sei die Maschine nicht mehr unter Kontrolle der Deutschen Flugsicherung gewesen.

Die Unfallstelle wurde weiträumig abgesperrt. Neben den Beamten der Kriminalpolizei wurde wie in solchen Fällen üblich auch die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in die Ermittlungen zur Unfallursache eingebunden. Außerdem eilten zahlreiche Kräfte von Polizei und Rettungsorganisationen der umliegenden Gemeinden zur Absturzstelle. Die Bergungsarbeiten wurden einer Polizeisprecherin zufolge auch dadurch erschwert, dass beim Absturz und den Löscharbeiten Schadstoffe freigesetzt wurden. Deshalb hätten sich die Rettungskräfte teils nur sehr vorsichtig bewegen können.

Zwei Menschen sterben bei Zusammenstoß mit Polizeiwagen

Nur wenige Kilometer entfernt von der Absturzstelle kamen bei einem frontalen Zusammenstoß zwischen einem Einsatzwagen der Polizei und einem weiteren Auto zwei Menschen ums Leben. Dessen Fahrer hatte nach ersten Erkenntnissen nach einem Überholmanöver die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren, das auf die Gegenspur geriet und dort mit dem Streifenwagen zusammenprallte. Wie ein Sprecher der Polizei in Offenbach am Sonntag sagte, wurden die drei Insassen des Streifenwagens schwer verletzt. Die beiden Insassen in dem Wagen des mutmaßlichen Unfallverursachers starben noch am Unfallort, es handelte sich der Polizei zufolge um einen 24-jährigen Mann und eine 22 Jahre alte Frau.

Die Polizeibeamten, zwei Männer und eine Frau, seien nach ersten Erkenntnissen mit Blaulicht unterwegs zu der Absturzstelle des Flugzeuges gewesen, sagte eine Polizeisprecherin. Zwei der Schwerverletzten wurden per Hubschrauber in eine Klinik gebracht, ein Opfer mit dem Krankenwagen.

Update, 1. April, 1.48 Uhr: Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Textes waren noch keine näheren Informationen zu den Opfern bekannt. Wir haben den Text entsprechend aktualisiert. 

– Die Redaktion.

fs / DPA / AFP