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Flugzeugabsturz in Russland: Überlebender Spieler erliegt seinen Verletzungen

Er wurde als einziger Spieler der russischen Eishockey-Mannschaft Lokomotive Jaroslawl lebend aus den Trümmern geborgen. Doch nun, fünf Tage nach dem Flugzeugabsturz, ist Alexander Galimow an seinen schweren Verletzungen gestorben.

Fünf Tage nach dem Flugzeugabsturz im russischen Jaroslawl ist der einzige überlebende Spieler der Eishockey-Mannschaft Lokomotive Jaroslawl seinen schweren Verletzungen erlegen. Alexander Galimow starb am Montag im Moskauer Wischnewski-Krankenhaus. Die Ärzte hätten den Spieler, der Verbrennungen an 90 Prozent der Hautoberfläche erlitten hatte und im künstlichen Koma lag, nicht retten können, erklärte das Krankenhaus. Die Zahl der Opfer des Absturzes stieg damit auf 44.

Der 26-jährige Galimow war einer von zwei Menschen, die den Absturz einer russischen Jak-42 am Flughafen von Jaroslawl am vergangenen Mittwoch zunächst überlebten. Außer Galimow war ein Besatzungsmitglied gerettet worden, das derzeit mit schweren Verletzungen in Moskau behandelt wird. 36 weitere Spieler und Trainer des Eishockeyteams starben, außerdem sieben Besatzungsmitglieder. Unter den Toten ist auch der deutsche Nationalspieler Robert Dietrich. Aufschluss über die Unglücksursache soll eine Analyse der Flugschreiber bringen. Die Motoren und die Bremsklappen der 18 Jahre alten Maschine waren nach Behördenangaben funktionstüchtig.

Zehntausende Fans hatten am Samstag in einer Trauerfeier im Stadion von Jaroslawl Abschied von den getöteten Eishockey-Stars genommen. Nach Galimows Tod schrieb ein Fan auf der Homepage von Lokomotive Jaroslawl: "Gott, wir alle hatten so auf ein Wunder gehofft. Nun ist die letzte Saite gerissen." Russlands Präsident Dmitri Medwedew hatte als Reaktion auf das Unglück am Sonntag die Schließung unsicherer Fluggesellschaften und höhere Bußgelder für Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften angeordnet. Außerdem will der Staatschef im Kreml mit Sportfunktionären über die Zukunft des landesweit beliebten Traditionsvereins beraten.

mlr/AFP/DPA / DPA