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Russland: Eishockey-Nationalspieler stirbt bei Flugzeugabsturz

Beim Absturz einer Passagiermaschine in Russland hat es mehr als 40 Tote gegeben. An Bord war auch der deutsche Eishockey-Nationalspieler Robert Dietrich. Sein Team, der russische Erstligist Lokomotive Jaroslawl, war auf dem Weg zum Spiel in Minsk.

Mehr als 40 Menschen sind bei einem Flugzeugabsturz in Russland ums Leben gekommen. Unter den Opfern des Unglücks nahe der Stadt Jaroslawl ist nach Angaben der Agentur Interfax auch ein Deutscher. Dabei handelt es sich um den Eishockey-Nationalspieler Robert Dietrich. An Bord der Maschine waren insgesamt 45 Menschen; darunter der gesamte Kader des russischen Eishockey-Erstligisten Lokomotive Jaroslawl, wie ein Vereinssprecher der Zeitung "Sowjetski Sport" sagte.

Unter den Toten sind nach Angaben der Agentur Itar-Tass elf Ausländer. Robert Dietrich war erst im Juni von den Adler Mannheim zu dem russischen Erstligisten gewechselt. Die schwedische Botschaft in Moskau bestätigte nach Angaben der Agentur Interfax den Tod von Torhüter Stefan Liv. Auch die tschechischen Weltmeister Josef Vasicek, Jan Marek und Karel Rachunek sowie der Slowake Pavol Demitra waren nach Botschaftsangaben unter den Opfern. An Bord waren nach Lokomotive-Angaben außer allen Profis auch vier Jugendspieler. "Es gibt keine Hoffnung", sagte Vereinssprecher Wladimir Malkin der "Sowjetski Sport" zufolge.

Zwei schwer verletzte Überlebende

Wie das Gesundheitsministerium in Moskau mitteilte, wurden zwei Menschen schwer verletzt. Dabei handelte es sich nach Medienangaben um einen russischen Spieler sowie den Bordingenieur.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) äußerte sich in Berlin "bestürzt" über das Unglück. Präsident Dmitri Medwedew ordnete eine Untersuchung an und schickte seinen Berater Wladislaw Surkow zur Absturzstelle rund 280 Kilometer nordöstlich von Moskau. Auf Anweisung von Regierungschef Wladimir Putin reiste auch Verkehrsminister Igor Lewitin dorthin. Medwedew wurde Donnerstag dort erwartet.

Flugzeug streifte wohl eine Antenne

Die Maschine vom Typ Jak-42 habe vermutlich eine Antenne gestreift, hieß es. Als Absturzursache kämen ein technischer Defekt und menschliches Versagen in Frage, sagte ein Flughafenmitarbeiter zu Interfax. Das Flugzeug sei um 15.50 Uhr Ortszeit (13.50 MESZ) vom Radar verschwunden, hieß es. Teile stürzten in die Wolga. Bislang seien 26 Leichen aus dem Fluss geborgen worden.

Die Mannschaft von Lokomotive war auf dem Weg zu einem Auswärtsspiel in der weißrussischen Hauptstadt Minsk, als die Unglücksmaschine kurz nach dem Start zerschellte. Die Internetseite von Lokomotive war nach dem Unglück nicht zu erreichen. Fans legten Blumen am Vereinsheim nieder.

Allein in den vergangenen zwei Jahren kamen etwa 200 Menschen bei Flugzeugabstürzen in Russland ums Leben. Im Juni 2011 starben 47 Menschen, als eine Maschine bei schlechtem Wetter nahe der Stadt Petrosawodsk abstürzte. Nach diesem Unglück sowie vielen ähnlichen Flugzeugkatastrophen hatte die Führung in Moskau eine Überprüfung der oft noch zu Sowjetzeiten gebauten Maschinen angeordnet.

tkr/DPA / DPA