Flugzeugunglück Bruchlandung von Air-France-Maschine


In einem heftigen Gewittersturm ist eine Air-France-Maschine bei der Landung in Toronto übers Rollfeld hinaus geschossen. Die 309 Passagiere konnten sich aus dem auseinander gebrochenen Jet retten, bevor er in Flammen aufging.

In einem heftigen Gewittersturm ist eine Air-France-Maschine bei der Landung in Toronto übers Rollfeld hinaus geschossen und in einen Graben gerollt. Dennoch kamen die meisten der 309 Insassen bei der Bruchlandung am Dienstag mit dem Schrecken davon. Sie konnten sich aus dem auseinander gebrochenen Airbus retten, bevor dieser in Flammen aufging. Es gab keine Toten, aber eine Reihe Leichtverletzte, über deren Anzahl am Dienstagabend zunächst Verwirrung herrschte.

Nach Angaben der Flughafenbehörde von Toronto wurden 43 Insassen wegen leichter Verletzungen ärztlich behandelt. Die Fluggesellschaft Air France sprach dagegen nur von 22 Leichtverletzten. Der kanadische Verkehrsminister Jean Lapierre nannte den glimpflichen Ausgang des Unglücks ein wahres Wunder.

Die Maschine mit der Flugnummer AF358 kam aus Paris und sollte gegen 16.00 Uhr Ortszeit (22.00 Uhr MESZ) in Toronto landen. An Bord befanden sich 297 Passagiere und 12 Besatzungsmitglieder. Möglicherweise drückten während des Gewitters so genannte Scherwinde den Airbus A340 nach unten. Er kam nach der Bruchlandung nahe der verkehrsreichen vierspurigen Highway 401 in ein Waldstück zum Stehen. Vom Rumpf stiegen dicke schwarze Rauchwolken auf.

Die Insassen verließen die havarierte Maschine über Notrutschen und wurden von herbei eilenden Rettungskräften nach und nach in Sicherheit gebracht. Andere Evakuierte kletterten eine Böschung hinauf zur Schnellstraße 401, wo Autofahrer anhielten und sie zum Flughafen zurück fuhren. Die Verletzten wurden in der Airport-Ambulanz behandelt.

Eventuell Blitzschlag als Ursache

"Es war sehr, sehr Angst erregend, alle waren in Panik", sagte Olivier Dubois, der im hinteren Teil der Maschine gesessen hatte. "Die Menschen haben geschrieen, sind im Flugzeug hin und her gerannt und dann schnell ’rausgesprungen. Jeder hatte riesige Angst, dass der Airbus explodieren könnte." Ein anderer Passagier, Roel Bramar, hob hervor, dass es wegen des Gewitters am hellen Nachmittag auf einmal sehr dunkel geworden sei, und in der Maschine sei das Licht ausgegangen. Dann habe er viele Blitze gesehen. Vermutlich sei die Maschine davon getroffen worden.

Am Flughafen hatte wegen des schlechten Wetter schon den ganzen Nachmittag Alarmzustand geherrscht. Ob bei dem Unglück tatsächlich ein Blitzschlag eine Rolle spielte, blieb zunächst allerdings unklar.

AP


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