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Tödliche Attacke: Schwangere totgebissen: Ermittler nehmen Genproben von 93 Hunden

Im Nordosten von Frankreich ist eine 29-jährige Schwangere nach einer Hundeattacke gestorben. Im Verdacht stehen auch Dutzende Hunde einer Jagdgesellschaft.

Eine Hundemeute der Rasse Poitevins steht auf einem sonnenbeschienenen Innenhof eines altgelben Gebäudes

Die Hunde der Jagdmeute gehören zur Rasse Poitevins (Symbolbild). Nun sollen Gentests beweisen, ob und welche Jagdhunde die Frau angefallen haben

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Erst als sie tot war, müssen die Hunde von ihr abgelassen haben. "Die Todesursache ist eine Blutung, die durch mehrere Hundebisse an den oberen und unteren Gliedmaßen und am Kopf verursacht wird, wobei ihr einige Bisswunden vor dem Tod und andere nach dem Tod zugefügt wurden", zitiert die Regionalzeitung "L'Union" den zuständigen Rechtsmediziner.

Eine 29-Jährige war am Samstag mit ihrem eigenen Hund in dem Wald spazieren, während dort eine Jagd stattfand. Kurz vor ihrem Tod rief sie ihren Lebensgefährten an und berichtete ihm von "bedrohlichen Hunden". Als der Mann ihr zu Hilfe kommen wollte, fand er die Frau tot auf. Sie war nach französischen Medienberichten im sechsten Monat schwanger.

Jäger weisen Schuld von ihren Hunden

"An diesem Samstag, dem 16. November, fand im Wald von Villers-Cotterêts eine Treibjagd statt, wie jeden Samstag", sagt laut "L'Union" Angèle van den Berghe, die die Jagd veranstaltet haben soll. "Nach unserem Wissen hat der tragische Unfall, der sich ereignet hat, nichts mit unseren Hunden oder der Treibjagd zu tun. Eine sehr gründliche Untersuchung ist im Gange. Bis zu ihrem Abschluss wollen wir keine Kommentare abgeben. Das Gleiche gilt für die Jagdgesellschaft."

Der französische Jagdverein betonte, dass es beim derzeitigen Stand der Untersuchung keine Beweise für die Beteiligung von Jagdhunden am Tod der Frau gebe. "Unter keinen Umständen sind diese Hunde aggressiv gegenüber Menschen. Im Gegenteil, sie sind sehr liebevoll im Umgang mit Erwachsenen und Kindern", hieß es in einer Mitteilung des Vereins.

Ermittler nehmen Speichelproben aller Hunde

Nun sollen Gentests zeigen, welche Hunde an der tödlichen Beißattacke beteiligt waren. "Proben wurden von 93 Hunden genommen, inklusive der insgesamt fünf des Opfers, sowie von anderen, die an einer in der Nähe organisierten Jagd (....) teilnahmen", heißt es laut "20 minutes" in einer Erklärung des zuständigen Staatsanwalts. Wann die Testergebnisse vorliegen werden, ist bislang nicht bekannt.

Quellen: "20 minutes", "L'Union" (Bezahlinhalt), "L'Union", venerie.org, AFP, DPA.