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Frankreich Zu viele Frauen in Führungspositionen: Paris muss Bußgeld zahlen

Die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, kritisiert die Entscheidung des Ministeriums für öffentliche Verwaltung
Die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, kritisiert die Entscheidung des Ministeriums für öffentliche Verwaltung
© Villette Pierrick/Avenir Pictures/ABACA/ / Picture Alliance
Das Ministerium für öffentliche Verwaltung in Frankreich sieht Männer in Paris diskriminiert. Nun muss die Stadt ein Bußgeld von 90.000 Euro zahlen. Bürgermeisterin Anne Hidalgo nannte die Entscheidung "absurd".

Frankreichs Hauptstadt Paris muss wegen Diskriminierung ein Bußgeld von 90.000 Euro zahlen. Der Grund: Zu viele Frauen in Führungspositionen. Das Ministerium für öffentliche Verwaltung stellte nämlich fest, dass Männer mit 31 Prozent zu wenig vertreten und diskriminiert seien. Vor zwei Jahren hatte die Stadt insgesamt 16 Stellen in Leitungspositionen ausgeschrieben, davon gingen 11 an Frauen und der Rest an Männer. Dies ergibt eine Frauenquote von 69 Prozent – zu hoch für das Ministerium. Laut einer Regelung müssten die Stellen nämlich mit mindestens 40 Prozent an Angehörige eines Geschlechts besetzt werden.

Bürgermeisterin von Paris kritisiert die Entscheidung

Die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, bezeichnete die Entscheidung als "absurd" und "ungerecht", freue sich aber insgeheim über den Bußgeldbescheid. Sie warf dem Ministerium für öffentliche Verwaltung allerdings auch vor, einen "unverantwortlichen, gefährlichen" Schritt gegangen zu sein und fügte hinzu, dass Frauen in Frankreich mit "Nachdruck gefördert werden sollten, weil der Rückstand überall in Frankreich noch sehr groß ist". Dafür kündigte sie an, mit den besagten Frauen auf den Führungsposten und mit ihren Stellvertreterinnen den Scheck über die 90.000 Euro gemeinsam unterzeichnen zu wollen. "Ja, um eines Tages die Parität zu erreichen, müssen wir das Tempo beschleunigen und dafür sorgen, dass mehr Frauen als Männer ernannt werden", sagte sie weiter.

In einer Reaktion auf Twitter schreibt Amélie de Montchalin, Minsterin für den öffentlichen Dienst, dass diese Regelung bereits 2019 aufgehoben worden sei. Die Strafe sei nun aber nachträglich für 2018 verhängt worden. "Ich möchte, dass die von Paris für 2018 gezahlte Strafe konkrete Maßnahmen zur Förderung von Frauen im öffentlichen Dienst finanziert. Ich lade Sie ins Ministerium ein, um diese zu besprechen", sagte sie in einer Nachricht an Hidalgo.

Quellen: The Guardian , Twitter

yak

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