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Frühwarnsystem für Tsunamis: Erster Test erfolgreich

Tsunamis können auch im Mittelmeer auftreten. Das seit Ende 2005 existierende Warnsystem für den Nordost-Atlantik, das Mittelmeer und die angrenzenden Meere wird jetzt einem ersten Test unterzogen.

Das neue Tsunami-Frühwarnsystem im Mittelmeer und Nordost-Atlantik ist am Mittwoch erstmals erfolgreich getestet worden. Die Istanbuler Erdbebenwarte (Koeri) schickte um 12.36 MESZ per Mail, per Fax und über das Globale Kommunikationssystem der Meteorologischen Organisation der Uno eine Testmeldung an Stationen in 31 beteiligten Ländern, wie die UN-Kulturorganisation Unesco in Paris mitteilte. Ersten Ergebnissen zufolge wurde die Meldung innerhalb weniger Minuten erhalten.

Mit dem Test sollte festgestellt werden, ob der Informationsfluss im Ernstfall einer tatsächlich drohenden Flutwelle schnell und sicher funktioniert, so dass Schutzmaßnahmen wie Evakuierungen eingeleitet werden können. An dem System sind Anrainer des Mittelmeers sowie des Nordost-Atlantiks und angrenzender Meere beteiligt. Auch Wissenschaftler in Deutschland nahmen an dem Testlauf teil.

Die Generaldirektorin der Unesco, Irina Bokova, zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf des Tests. "Der heutige Test ist ein bedeutender Schritt zur Verbesserung der Sicherheit dutzender Millionen Menschen im Nordost-Atlantik und dem Mittelmeer und zur Umsetzung des Ziels der Unesco, weltweit Frühwarnsysteme zu installieren", erklärte Bokova. Das System wurde 2005 von der Ozeanographischen Kommission der Unesco initiiert.

Zehntausende Tote bei vergangenen Tsunamis in Italien

n Deutschland wird das in Hamburg ansässige Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Empfänger der sogenannten Watch-Meldungen sein. Indirekt beteiligt ist auch das Deutsche Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam.

Obwohl derartige Riesenwellen im Mittelmeer und im Atlantik seltener auftreten als etwa im Pazifik, gab es in der Vergangenheit auch dort schwere Tsunamis. So etwa 1908, als fast 85 000 Menschen in Messina (Italien) durch eine Riesenwelle getötet wurden. Auf der Atlantikseite wurde die portugiesische Hauptstadt Lissabon 1755 nach einem Seebeben bei den Azoren schwer in Mitleidenschaft gezogen.

ono/AFP/DPA/DPA

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