Gasexplosion in Lehrberg Wenig Hoffnung für Verschüttete


Im fränkischen Lehrberg bei Ansbach ist ein Flüssiggastank neben einer Bäckerei explodiert. Dabei sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Drei weitere werden noch unter den Trümmern vermutet.

Verheerende Explosion in einer fränkischen Dorfbäckerei: Bei der Detonation eines Gastanks in einer Bäckerei in Lehrberg nahe Ansbach sind am Freitag mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Wie der Ansbacher Stadtbrandrat Horst Settler in der ARD-Sendung "Brisant" sagte, wurden noch mindestens drei Personen vermisst.

Mehrere hundert Retter suchten stundenlang in den Trümmern des eingestürzten Hauses nach Verschütteten. Mitglieder der Bäckerfamilie und Angestellte des Betriebs wurden noch vermisst. Bei dem Unglück wurden 16 Menschen verletzt, zwei davon lebensgefährlich. Das erste Todesopfer wurde bereits am Vormittag geborgen. Am Abend entdeckten die Retter zwei weitere Menschen tot in der eingestürzten Backstube, wie Kreisbrandrat Walter Schwab sagte. Die Identität der drei Opfer sei noch nicht geklärt, es handele sich um zwei Männer und eine Frau, hieß es.

Mehrere hundert Rettungskräfte der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerkes und des Roten Kreuzes gruben sich unterstützt von Suchhunden durch den meterhohen, staubigen Schuttberg; immer wieder musste sie dabei kreuz und quer liegenden Dachbalken mit Kränen zur Seite hieven. "Wir suchen noch nach Überlebenden", sagte Schwab. "Die Hoffnung stirbt zuletzt." Polizeisprecher Stefan Schuster sagte am Abend: "Wir müssen mit dem Schlimmsten rechnen."

Schwerste Gasexplosion seit Jahren

Die Gasexplosion - eine der schwersten der vergangenen Jahre in Deutschland - ereignete sich gegen 08.00 Uhr in der Dorfmitte der 3.250-Einwohner-Gemeinde Lehrberg. Anwohner hatten wenige Minuten zuvor Gasgeruch bemerkt und Hilfe geholt. Aus dem mit mehreren tausend Litern Flüssiggas gefüllten Erdtank einer Gastwirtschaft direkt neben der Bäckerei strömte Gas aus - vermutlich durch ein Leck. Als die Feuerwehr versuchte, die Gaswolke mit Wasser niederzuspritzen, explodierte der Tank. Anwohner berichteten von einem dröhnenden Knall und einer Druckwelle. Die Explosion war noch in 25 Kilometern Entfernung zu hören.

Druckwelle zerstört Nachbargebäude bis auf Grundmauern

Durch die massive Druckwelle wurden das Fachwerkhaus sowie dahinter liegende Lagergebäude bis auf die Grundmauern zerstört. Decken, Dach und Wände stürzten wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Von herumfliegenden Trümmern wurden auch mehrere Häuser in der Nachbarschaft in Mitleidenschaft gezogen. Durch die Druckwelle gingen in rund 50 Gebäuden Fensterscheiben zu Bruch. Betroffen war auch die Kirche. Augenzeugen berichteten, dass die Druckwelle noch in 400 Metern Entfernung zu spüren war.

Den bisherigen Ermittlungen zufolge war das Gas beim Befüllen eines Gastanks ausgetreten, der zu einem Nachbaranwesen gehört. Der Tank selbst wurde durch die Explosion nicht beschädigt. Dagegen wurde das daneben abgestellte Tankfahrzeug unter Mauerteilen und Holzbalken gegraben. Um weitere Explosionen zu verhindern, kühlte die Feuerwehr den Lastwagen mit Wasser.

DPA/AP AP DPA

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