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Phänomen im Amery-Schelfeis So groß wie London: Riesiger Block bricht in Antarktis vom ewigen Eis ab

Eisberg - Antarktis - Ewiges Eis
Ein undatiertes Foto zeigt einen Riss an einem Eisberg vom sogenannten Amery-Schelfeis
© Richard Coleman / AAP / DPA
Er ist rund 215 Meter dick und hat eine Masse von 315 Milliarden Tonnen: In der Antarktis hat sich ein gewaltiger Eisberg vom sogenannten Amery-Schelfeis abgelöst. Mit dem Klimawandel habe der Vorgang aber nichts zu tun, heißt es. 

Am Südpol ist ein riesiger Eisberg mit einer Fläche von 1636 Quadratkilometern abgebrochen - etwa so groß wie das gesamte Stadtgebiet von London. Der Berg löste sich vergangene Woche im Osten der Antarktis vom sogenannten Amery-Schelfeis, einer Fläche mit ewigem Eis, wie die australische Antarktis-Agentur AAD am Dienstag mitteilte. Experten führen das Phänomen aber nicht auf den Klimawandel zurück, sondern sehen es als "Teil eines normalen Zyklusses" im Eis.

Der Eisberg mit dem offiziellen Namen D-28 - gelegen zwischen zwei australischen Forschungsstationen namens Davis und Mawson - löste sich demnach am vergangenen Mittwoch von der restlichen Eisfläche. Sein "Kalben" war bereits seit der Jahrtausende erwartet worden - eigentlich schon in den Jahren 2010 bis 2015. Mit "Kalben" meint man, wenn größere Eisflächen ins Meer wegbrechen.

Nach Angaben der Forscher ist der D28 rund 210 Meter dick und hat eine Masse von etwa 315 Milliarden Tonnen.

Forscherin: Abbruch von Eisberg hängt nicht mit Klimawandel zusammen

Die Professorin Amanda Fricker von der US-amerikanischen Scripps Institution of Oceanography sagte: "Wir glauben nicht, dass dieses Ereignis mit dem Klimawandel zusammenhängt. Das ist Teil des normalen Zyklusses im Schelfeis, wo wir alle 60 bis 70 Jahre große Kalb-Ereignisse sehen." Zuletzt gab es am Amery-Schelfeis ein vergleichbare Ablösung in den Jahren 1963/64.

Die Verhältnisse im Osten der Antarktis seien anders als in der westlichen Antarktis oder als in Grönland, sagte Fricker. Dort führe der Klimawandel zu einer rasanten Erwärmung. "Es ist wichtig, dass die Öffentlichkeit das nicht durcheinanderbringt", fügte sie hinzu. Der Abbruch des D28 sei keine Folge des Klimawandels. Allerdings solle niemand glauben, der Klimawandel fände nicht statt, betonte Fricker.

mod DPA AFP

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