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Golf von Mexiko: Nach Bohrinsel-Explosion tritt doch Öl aus

Am Freitag noch hatte die US-Küstenwache Entwarnung gegeben. Nun ist klar: Nach dem Sinken der Bohrinsel "Deepwater Horizon" fließt doch Öl in den Golf von Mexiko.

Zwei Tage nach dem Untergang einer Bohrinsel im Golf von Mexiko sind nun doch größere Mengen Rohöl an der Unglücksstelle ausgetreten. Wie die US-Küstenwache am Samstagabend (Ortszeit) mitteilte, seien rund 1000 Barrel - rund 160.000 Liter - Öl ins Meer gelangt. An mindestens zwei Stellen am Meeresgrund in 1500 Metern Tiefe trete das Öl aus, erklärte ein Küstenwachtsprecher dem US-Sender CNN. Zum einen am letzten Bohrloch der versunkenen Plattform, zum anderen aus einem Leck in einer Rohrverbindung, die zu dem Bohrloch führe. Am Freitag hatte die Küstenwache zunächst Entwarnung gegeben, dass kein Öl an der Unglückstelle auslaufe.

Inzwischen weitete sich der Ölteppich nach Berichten der Zeitung "Houston Chronicle" auf eine Fläche von rund 32 mal 32 Kilometer aus. "Das ist ein sehr beträchtlicher Ölteppich", sagte Mary Landry, Konteradmiralin der Küstenwache.

Die Bohrinsel "Deepwater Horizon", die für den britischen Ölkonzern BP gut 80 Kilometer vor der Küste des US-Staates Louisiana Probebohrungen unternommen hatte, war am vergangenen Dienstag nach einer schweren Explosion in Brand geraten. Am Donnerstag war sie schließlich im Meer versunken.

Elf Arbeiter werden nach wie vor vermisst. Überlebenschancen werden ihnen kaum mehr eingeräumt; die Suche wurde eingestellt. Eine Sprecherin der Küstenwache sagte am Freitag, die Vermissten hätten sich vermutlich auf der Plattform befunden, als diese am Dienstag explodierte. Nach drei Tagen der Suche mit Flugzeugen, Hubschraubern und Schiffen hätten sie keine realistische Überlebenschance. Die Namen der elf Arbeiter aus den Bundesstaaten Louisiana, Mississippi und Texas wurden aus Rücksicht auf die Familien zunächst nicht veröffentlicht.

AFP/DPA / DPA