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Gesunkene Bohrinsel Kolskaja: Unglücksursache auf dem Meeresgrund

Verletzung der Sicherheitsbestimmungen, technischer Zustand oder das Wetter: Die Ursache für das Unglück auf der russischen Bohrinsel Kolskaja, das mindestens 14 Menschen das Leben kostete, wird schwer zu finden sein.

Trotz geringer Hoffnung suchen Rettungskräfte nach dem Untergang einer russischen Bohrinsel im eiskalten Pazifik nach Überlebenden. Noch immer wurden am Dienstag 39 Menschen vermisst. Bislang bargen Rettungskräfte 14 Leichen, 14 Menschen konnten gerettet werden. Am Vortag war die Rede von 16 Toten gewesen.

Für das Unglück gebe es drei mögliche Gründe: Verletzung von Sicherheitsbestimmungen, der technische Zustand der 1985 gebauten Bohrinsel "Kolskaja" und das Wetter. Das sagte Pjotr Solomachin von der regionalen Transportstaatsanwaltschaft der Agentur Ria Nowosti.

Ermittler bedauerten, dass die Bohrinsel vermutlich nicht vom Meeresgrund zu bergen ist. "Wir müssen die Dinge realistisch sehen: Diese Konstruktion aus mehr als einem Kilometer Tiefe zu bergen, wird aller Voraussicht nach nicht funktionieren", sagte Natalia Salkina von der regionalen Ermittlungsbehörde nach Angaben der Agentur Interfax.

Etwa die Hälfte der 67 Menschen an Bord hätte sich gar nicht auf der Bohrinsel aufhalten dürfen, schrieb die Tageszeitung "Kommersant" am Dienstag. Lediglich der Kapitän und ein kleiner Teil der Besatzung seien den Vorschriften zufolge berechtigt gewesen, die 69 Meter lange und 80 Meter breite "Kolskaja" zu steuern, als sie von der Halbinsel Kamtschatka zur Insel Sachalin rund 10 000 Kilometer östlich von Moskau geschleppt wurde. Die Bohrinsel war am Samstagmorgen in einem schweren Sturm beschädigt worden und rasch gesunken.

Drei Überlebende wurden mit Hubschraubern in die Inselhauptstadt Juschno-Sachalinsk geflogen, wo sie behandelt werden sollten. Sieben weitere Überlebende kamen mit Booten in der südlichen Hafenstadt Korsakow an. Auch die Leichen von elf Besatzungsmitgliedern wurden nach Sachalin gebracht. Dort trafen auf Kosten der Bohrinsel-Betreiber auch Angehörige ein. Mehrere Psychologen und Geistliche stünden für Gespräche bereit, hieß es. Die Reederei kündigte an, den Familien der Opfer jeweils drei Millionen Rubel (knapp 72 000 Euro) zu zahlen.

In der Unglücksregion etwa 200 Kilometer vor Sachalin suchten drei Boote und zwei Hubschrauber weiter den Pazifik nach Opfern ab. Vermutlich müsse die Suche aber spätestens am Freitag unterbrochen werden, da Meteorologen einen schweren Sturm angekündigt haben, sagte Wjatscheslaw Murnajew vom regionalen Zivilschutzministerium.

tmm/DPA / DPA