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Italien Gruppenvergewaltigung von Rimini: Verdächtige weisen Schuld von sich

Nach der Gruppenvergewaltigung an einem Strand im Gemeindegebiet von Rimini sind vier Tatverdächtige gefasst worden (Archivbild)
Nach der Gruppenvergewaltigung an einem Strand im Gemeindegebiet von Rimini sind vier Tatverdächtige gefasst worden (Archivbild)
© Getty Images
Nach der Gruppenvergewaltigung von Rimini sitzen seit dem Wochenende vier Tatverdächtige in Haft. Eine Tatbeteiligung räumen sie ein, doch die Vergewaltigung selbst will niemand begangen haben.

Jetzt erwache Rimini, so hieß es in einer Mitteilung der Gemeinde vor wenigen Tagen, aus einem achttägigen Albtraum. Es war Sonntag, als die Kommune das Schreiben aufsetzte. Soeben war das vierte Mitglied jener mutmaßlichen Bande festgenommen worden, die in der Nacht auf 26. August am Strand von Miramare eine 26-jährige Polin vergewaltigt und ihren Begleiter verprügelt haben soll. Auch die Vergewaltigung einer Transsexuellen in derselben Nacht wird der Gruppe angelastet.

Mit der Festnahme des 20-Jährigen am Sonntagmorgen am Bahnhof von Rimini saßen sämtliche Tatverdächtige in Haft. Der 20-Jährige ist der einzige Volljährige der Gruppe, das jüngste Mitglied ist, italienischen Medienberichten zufolge, 15 Jahre alt. Den vier jungen Männern wird schwerer Raub, schwere Körperverletzung und sexuelle Gewalt in einer Gruppe vorgeworfen.

Gruppenvergewaltigung von Rimini: Hauptverdächtiger ändert Version

Am Dienstag fand die Haftprüfung des 20-Jährigen statt, der als der Anführer der Gruppe gilt. Wie mehrere italienische Medien berichten, habe der Mann dabei eine neue Version des Geschehenen geliefert: Unmittelbar nach seiner Festnahme hatte er noch angegeben, er selbst sei zwar am Strand gewesen, doch habe er zum Tatzeitpunkt geschlafen. Jetzt soll der junge Mann vor dem Untersuchungsrichter erklärt haben, er habe lediglich den Freund der 26-jährigen Polin am Strand festgehalten, wohingegen die anderen sich an der Frau vergangen hätten. Das berichtet die italienische Tageszeitung "La Stampa" online.

Dem gegenüber stehen die Aussagen zwei anderer mutmaßlicher Bandenmitglieder: Die Brüder - der eine 17, der andere 15 Jahre alt - hatten bereits im Vorfeld ihrer Haftprüfung vor dem Jugendgericht in Bologna erklärt, der 20-Jährige habe die Vergewaltigungen begangen, sie hätten lediglich die Opfer festgehalten. Diese Version bestätigten sie nun laut "Stampa"-Bericht bei ihrer Haftprüfung. Der vierte Beschuldigte zeigte laut Medienberichten Reue ob des Geschehenen. "Er hat die Schwere der Tat begriffen", sagte sein Anwalt.

pg

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