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Italien Vierte Festnahme nach Gruppenvergewaltigung: "Rimini erwacht aus einem Albtraum"

Nach der Gruppenvergewaltigung an einem Strand im Gemeindegebiet von Rimini sind vier Tatverdächtige gefasst worden (Archivbild)
Nach der Gruppenvergewaltigung an einem Strand im Gemeindegebiet von Rimini sind vier Tatverdächtige gefasst worden (Archivbild)
© Getty Images
Eine Woche nach der Gruppenvergewaltigung am Strand von Rimini sitzen die Tatverdächtigen in Haft. Nur einer der Männer ist volljährig. Der beliebte Badeort an der Adria erwacht aus einem achttägigen Albtraum. 

Neben Sonnenschirm und Tretboot vergehen sich vier Männer an einer Frau, prügeln ihren Begleiter krankenhausreif, flüchten, vergewaltigen eine Transsexuelle und verschwinden wieder - die Gewaltverbrechen, die sich vergangenes Wochenende im Adria-Badeort Rimini zugetragen hatten, schockierten nicht nur Italien. Seit Sonntag sitzen alle vier mutmaßlichen Täter in Haft.

Wie die römische Tageszeitung "La Repubblica" berichtet, konnte die Polizei am Sonntagmorgen den vierten Tatverdächtigen am Bahnhof Rimini festnehmen. Der Mann war offenbar im Begriff, sich nach Frankreich abzusetzen, wurde dann allerdings von den Sicherheitskräften gestellt. Mit seinen 20 Jahren soll er nicht nur Anführer der mutmaßlichen Bande sein, er sei auch das einzige volljährige Mitglied der Gruppe, berichten italienische Medien.

Vergewaltigung von Rimini: Zwei Jugendliche stellen sich

Mit der Festnahme des 20-Jährigen sitzen alle vier Tatverdächtigen von Rimini in Haft. Bereits am Samstagnachmittag hatten sich zwei Minderjährige - Medienberichten zufolge soll es sich um Brüder handeln - bei den Sicherheitsbehörden in Pesaro, einer Gemeinde südlich von Rimini, gemeldet. Den Berichten zufolge sollen die beiden die Tat gestanden haben, die Mailänder Zeitung "Corriere della Sera" berichtet, ihr Vater habe sie dazu gedrängt, sich zu stellen. Noch am selben Abend nahm die Polizei einen weiteren Jugendlichen in Pesaro fest: Auch er soll Mitglied der vierköpfigen Gruppe gewesen sein, die sich in Rimini an einer 26-Jährigen aus Polen und einer Transsexuellen vergangen haben soll, auch er soll minderjährig sein.

Kurz vor den Festnahmen hatten die Sicherheitsbehörden Aufnahmen von Überwachungskameras veröffentlicht, die die mutmaßlichen Täter von Rimini zeigen sollten. Die Opfer sollen die Männer darauf als Täter wiedererkannt haben. Den Berichten zufolge stammen alle vier Mitglieder der mutmaßlich kriminellen Gruppe aus Afrika.

Rimini: Gruppe soll für zwei Vergewaltigungen verantwortlich sein

Der Gruppe wird zur Last gelegt, in der Nacht auf Samstag, 26. August eine 26-jährige Polin am Strand in Miramare, einem Ortsteil von Rimini, vergewaltigt zu haben. Ihr Freund soll von den Männern verprügelt worden sein, zudem soll das polnische Paar beraubt worden sein. Auch die Vergewaltigung einer peruanischen Transsexuellen in derselben Nacht soll auf die Gruppe zurückzuführen sein, auch diese Person soll Opfer eines Raubüberfalls geworden sein. 

Zudem, so berichteten italienische Medien Anfang dieser Woche, war bereits in der Nacht auf den 13. August ein sehr ähnliches Verbrechen in Miramare begangen worden: Ein Paar aus Varese, einer Stadt in der Lombardei, sei von einer Gruppe von vier Männern angegriffen worden. Die beiden sollen mit einer kaputten Glasflasche bedroht worden sein, die Männer nahmen den Italienern so offenbar ihre Geldbörsen ab. Danach sollen die Männer versucht haben, sich an der Frau zu vergehen. Doch das Paar konnte entkommen und erstattete Anzeige. Auch diese Straftat wird nun mit der Gruppe in Verbindung gebracht.

Rimini: Albtraum, der acht Tage dauerte

Die Gewaltverbrechen von Rimini hatten über die Grenzen Italiens hinaus für Entsetzen gesorgt. Rimini ist ein beliebter Badeort an der Adria. Deutsche, britische, amerikanische und polnische Medien hatten berichtet. Die Gemeinde Rimini schreibt in einer Mitteilung am Sonntag: "Mit der Festnahme des vierten jungen Mannes […] erwacht Rimini aus einem Albtraum, der acht Tage andauerte."

pg

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