HOME

Hauseinsturz in Bangladesch: 200 Überlebende noch unter den Trümmern

Mehr als 270 Tote, Tausende Verletzte: Immer noch bergen Rettungskräfte Menschen aus dem am Mittwoch eingestürzten Haus in Bangladesch. Rettungskräfte orteten 200 Überlebende im Schutt.

Zwei Tage nach dem Einsturz eines maroden Fabrik- und Einkaufsgebäudes in Bangladesch haben Rettungskräfte noch 200 Überlebende in den Trümmern geortet. Bislang sei es aber noch nicht gelungen, sie zu befreien, sagte ein Regierungsvertreter am Freitagmorgen einem örtlichen Fernsehsender.

Über Nacht seien 54 Menschen lebend aus den Beton- und Schuttmassen gerettet worden. Die Zahl der Toten stieg unterdessen auf 275. Das achtstöckige Gebäude in einem Vorort der Hauptstadt Dhaka war am Mittwoch eingestürzt.

Zuvor waren in den Wänden Risse entdeckt worden. Dennoch setzten die in dem Haus untergebrachten Textilfabriken ihren Betrieb fort. Textilarbeiterinnen berichteten, in dem Gebäude hätten mehr als 5000 Menschen Kleidung genäht.

Wütende Proteste gegen Arbeitsbedingungen

Die Rettungsarbeiten mit schwerem Gerät gestalteten sich schwierig. Helfer von Polizei, Feuerwehr, Zivilschutz, Militär und Hunderte Freiwillige reichten den Menschen, die noch in den Trümmern festsaßen, durch Risse und Spalten Wasser. Auch versuchten sie, Sauerstoff in die Hohlräume unter dem Trümmerberg zu blasen.

Der Donnerstag war von der Regierung zum offizieller Trauertag erklärt worden, die Fahnen hingen an den Regierungsgebäuden auf Halbmast. In Moscheen und Tempeln beteten die Menschen für die Opfer. Tausende Textilarbeiter und Textilarbeiterinnen protestierten auf den Straßen gegen die Arbeitsbedingungen in der Region.

sas/DPA / DPA
Themen in diesem Artikel