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Schlangensuche: Aufatmen in Herne: Giftige Monokelkobra nach tagelanger Suche gefangen

Pünktlich vor dem Wochenende hat der Spuk ein Ende. Eine ausgebüxte Monokelkobra ist in Herne gefunden worden. Das giftige Reptil wurde isoliert. Ein Experte konnte die Schlange einfangen.

Entwichte Kobra in Treppenhaus in einem Haus in Herne

Ein Bewohner fotografierte die ausgebüxte hellhäutige Monokelkobra am vergangenen Sonntag im Treppenhaus.

DPA

Die in der Ruhrgebietsstadt Herne entwischte giftige Monokelkobra ist nach tagelanger Suche am Freitagnachmittag gefunden worden. Sie sei lebend unter einer Stufe am Kellereingang entdeckt worden, sagte eine Sprecherin der Stadt. Sie sei dort isoliert, damit sie nicht erneut verschwinden und gefangen werden könne. Ein hinzugezogener Schlangenexperte konnte das Tier dingfest machen. Offenbar wurde niemand durch die Schlange verletzt.

Die Kobra war am vergangenen Sonntag im Flur eines Hauses in der Herner Bruchstraße gesehen worden, in dem ein Bewohner angeblich insgesamt 22 Schlangen in seiner Wohnung hält. Vier Häuser wurden daraufhin aus Sicherheitsgründen geräumt. Die Bewohner kamen zumeist bei Freunden und Verwandten unter. Die Suche blieb jedoch eine knappe Woche lang erfolglos.

Schlange hat Haus wohl nie verlassen

Bereits vor dem Fund der Schlange am späten Freitagnachmittag hatte die Stadt entschieden, dass die Bewohner der Häuser, die aus Sicherheitsgründen geräumt worden waren, wieder in ihre Wohnungen zurückkehren können - laut einem Bericht des WDR allerdings nur auf eigene Gefahr und mit einer schriftlichen Versicherung, Kellerräume und Dachboden nicht zu betreten. Nach vollständigen Durchsuchungen waren sich die Experten aber sicher, dass sich das Tier nicht in einer der Wohnungen befindet.

Gefunden wurde das giftige Reptil nun wohl dennoch vor dem Kellereingang just jenes Hauses, in dem es auch verloren gegangen war. Dennoch war es den Suchtrupps offenbar nicht gelungen, die in Südostasien beheimatete Schlange ausfindig zu machen. Schlangenexperten hatten allerdings vermutet, dass sich das Tier in den Keller des Hauses, in dem auch der Schlangenhalter wohnt, geflüchtet haben müsste. Dort war vor Tagen eine Schlangenhaut gefunden worden, die zu dem vermissten Tier passt.

Debatte um Haltung gefährlicher Tiere in Wohnungen

Weiterhin unklar ist den Berichten zufolge, wem das ausgebüxte Tier gehört. Laut WDR bestreite der Schlangenhalter aus dem betroffenen Haus, dass das Tier ihm gehört. Wie es heißt, hatte der Mann noch im Juni angegeben, fünf Monokelkobras zu besitzen, zuletzt waren jedoch nur drei Exemplare bei ihm sichergestellt worden. Vorausgesetzt, die ausgebüxte Kobra gehört dem Mann, würde immer noch ein Tier vermisst. Die Stadt hat bereits angekündigt, den Halter der Schlange nach Ende der Suche für die entstandenen Kosten in Haftung zu nehmen.

Die Gefährdung der Bewohner in dem Gebäudekomplex an der Herner Bruchstraße sowie die langwierige Suche haben eine Debatte über Regeln für die Haltung von Giftschlangen und anderen gefährlichen Tieren ausgelöst. "Das ist nicht mehr akzeptabel, das ist ein Unding", sagte Hernes Oberbrügermeister Frank Dudda (SPD) während der Woche. Es sei schwieriger, einen Hund anzumelden als eine giftige Schlange im Haus zu halten. 

Auch Nordrhein-Westfalens Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) stellte sich gegen die "Haltung sehr gefährlicher Tierarten in Wohnungen oder Häusern." Ihr Ministerium prüfe gerade "die bestehenden rechtlichen Vorgaben und potenziell weitergehende Regelungen, eventuell auch eine Bundesratsinitiative". Heinen-Esser verwies einerseits auf die Gefährlichkeit der Tiere, zudem habe sie "Zweifel, ob die Haltung solcher Tiere in Wohnungen art- und tiergerecht ist." Die Ministerin sagte weiter: "Ich bin der Ansicht, dass wir prüfen müssen, für welche besonders gefährlichen Arten eine Haltung untersagt werden kann."

Quellen: Nachrichtenagentur AFP, WDR, Der Westen, Ruhr 24, Nachrichtenagentur DPA

dho
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