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Nach umstrittener Versteigerung Libanese ersteigert Hitler-Gegenstände – damit sie nicht in falsche Hände geraten

Hitlers Zylinder und Eva Brauns Cocktailkleid: Eine Auktion von Gegenständen aus dem Besitz von Nazi-Größen hat ein stärkeres Interesse geweckt als von den Organisatoren erwartet. Eigentlich hätte die Versteigerung von 800 Objekten gegen 18.00 Uhr beendet sein sollen, doch zu diesem Zeitpunkt sind erst rund 500 Lose unter den Hammer gekommen. Deshalb stellt sich die Auktion auf eine Verlängerung bis etwa Mitternacht ein.  Die Auktion hatte im Vorfeld großes Aufsehen erregt und Kritik ausgelöst. Auch in den Medien hatte es eine Debatte gegeben.  Für Hitlers Faltzylinder wurden 50 000 Euro geboten. Spitzenreiter am frühen Abend war: ein Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz - zum Umhängen für 135 000 Euro.  Es ist nicht die erste Auktion dieser Art bei Hermann Historica. Das Münchner Auktionshaus ist seit mehreren Jahren wegen seiner Versteigerungen von Nazi-Gegenständen umstritten.
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Ein libanesischer Geschäftsmann hat bei einer Versteigerung in München Gegenstände aus dem Besitz von Adolf Hitler gekauft – damit sie nicht in falsche Hände geraten. Die Objekte sollen gespendet werden.

Der in München versteigerte Hut von Adolf Hitler kommt in die Hände einer israelischen Stiftung. Der in der Schweiz lebende libanesische Geschäftsmann Abdallah Tschatila sagte der Zeitung "Le Matin Dimanche", er habe den Hut und weitere mit Hitler verbundene Objekte erworben, damit sie nicht für "Neonazi-Propaganda" missbraucht würden. Er habe Kontakt mit der Stiftung Keren Hajessod aufgenommen und entschieden, dieser die Gegenstände zukommen zu lassen. Sie sollen künftig in einem Museum ausgestellt werden.

Die umstrittene Versteigerung, die Kritik auch von Seiten jüdischer Organisationen ausgelöst hatte, war am Mittwoch in München durch das Auktionshaus Hermann Historica veranstaltet worden. Tschatila erwarb dabei für 545.000 Euro insgesamt zehn Gegenstände. Neben dem Hut des NS-Diktators befinden sich darunter auch Hitlers Zigarrenkiste und Schreibmaschine sowie eine Luxusausgabe von "Mein Kampf", die der NS-Größe Hermann Goering gehört hatte.

Die Initialen "AH" sind in einem persönlichen Faltzylinder von Adolf Hitler im Auktionshaus Hermann Historica zu sehen
Die Initialen "AH" sind in einem persönlichen Faltzylinder von Adolf Hitler im Auktionshaus Hermann Historica zu sehen
© Matthias Balk / DPA

"Ich denke, es ist sehr wichtig, sie aufzubewahren"

Der Geschäftsmann sagte, er habe schon vor der Versteigerung die israelische Organisation Keren Hajesod darüber informiert, "dass ich so viele Gegenstände von Adolf Hitler wie möglich kaufen und ihnen spenden werde", sagte er dem israelischen Armeesender. Zunächst habe er gedacht, es sei am besten, die Gegenstände aus der Nazi-Zeit zu verbrennen, so Chatila. "Aber ich denke, es ist sehr wichtig, sie aufzubewahren, weil es die Erinnerung am Leben erhalten wird, damit künftige Generationen sehen, dass Hitler wirklich existiert hat." 

Eine Sprecherin von Keren Hajesod, einer Organisation, die Spenden für Israel sammelt, bestätigte am Montag, man werde die Gegenstände entgegennehmen. "Wir werden sie mit großer Sorgfalt behandeln und mit den relevanten Einrichtungen entscheiden, was mit ihnen zu tun ist."

Der Präsident der European Jewish Association (EJA), Menachem Margolin, zeigte sich "überwältigt" von dem Schritt des Geschäftsmanns. Zugleich forderte er die Bundesregierung auf, die Versteigerung von Nazi-Gegenständen stärker zu kontrollieren. Auktionshäuser sollten demnach offenlegen, wer die Objekte kauft, damit die Käufer überwacht werden könnten.

fs DPA AFP

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