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Artenschutzkonferenz in Genf: In Südafrika dürfen wieder mehr Nashörner getötet werden – um die Art zu retten

Spitzmaulnashörner gehören zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. In Südafrika sollen jetzt wieder mehr von ihnen pro Jahr getötet werden dürfen. Doch selbst Tierschützer sehen darin Vorteile.

Spitzmaulnashörner

Auf der Welt leben noch etwa 5000 Spitzmaulnashörner

Picture Alliance

Die Internationale Artenschutzkonferenz in Genf hat beschlossen, dass in Südafrika wieder mehr Spitzmaulnashörner von Großwildjägern getötet werden dürfen. Der Staat bekam die Erlaubnis, offizielle Lizenzen für 0,5 Prozent der aktuellen Population zu verkaufen, berichtet der "Guardian". Das sind neun Nashörner statt wie bisher fünf pro Jahr. Der Wert passt sich jährlich der Entwicklung der Population an, die in den vergangen Jahren wieder zugenommen hat.

Nashörner gehören zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten – vor allem, weil sie wegen ihrer Hörner sehr beliebt bei Trophäenjägern sind. Von den in Afrika lebenden Spitzmaulnashörnern existieren noch etwa 5000 Exemplare, von denen 2000 in Südafrika leben. Der neue Beschluss scheint diese Gefahr noch weiter zu verstärken – tatsächlich aber sehen Experten darin auch eine Maßnahme, um den Fortbestand der Art zu schützen.

"Problematische Individuen" sollen gejagt werden

Die Jagdgenehmigung gilt nämlich ausschließlich für männliche Nashörner. Tom Miliken von der NGO Traffic, die den Handel mit Großwildtieren beobachtet, hofft sogar, dass sich die Zahl der Spitzmaulnashörner dadurch erhöhen könnte. Ältere Nashörner sorgten oft für Konflikte, würden jüngere Männchen daran hindern, sich fortzupflanzen und sogar Weibchen töten. So sollen problematische Individuen eliminiert werden. "Es ist eine gute Nachricht: Man verhindert im Grunde Kneipenschlägereien und erhöht dadurch die Reproduktionsrate", sagte Miliken dem "Guardian". 

Mit dem Geld, das durch die verkauften Lizenzen eingenommen wird, sollen außerdem Artenschutzinitiativen gefördert werden. Dennoch ist die Entscheidung nicht unumstritten. Unterstützt wurde der Vorschlag von anderen Staaten, in denen Nashörner leben, wie Botswana oder Simbabwe. Auch die EU und Kanada sprachen sich für den Vorschlag aus.

Die Vertreter des afrikanischen Staates Gabun hingegen stimmten dagegen. Tierschutzorganisationen verweisen außerdem darauf, dass für 2018 noch keine Zahlen über die Nashornpopulation vorliegen – damit sei nicht gesichert, dass die Art sich tatsächlich weiter vergrößert. In einem zusätzlichen Passus wurde allerdings festgelegt, dass die Prozentquote wieder abgeschafft werden soll, wenn die Zahl der Spitzmaulnashörner eine bestimmte Marke unterschreitet.

Quellen: "Guardian" / "Save the rino"

epp