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Mittelmeer: Italienische Küstenwache nimmt Migranten an Bord, darf aber in keinem Hafen anlegen

Die italienische Küstenwache hat Migranten auf ein Schiff geholt, die zuvor aus dem Mittelmeer gerettet wurden. In einen Hafen dürfen sie bisher aber nicht einlaufen. Aus Sicht des italienischen Innenministeriums sollte sich Libyen um die Menschen kümmern.

Italienische Küstenwache

Die aus dem Mittelmeer geretteten Migranten befinden sich nun auf einem Schiff der italienischen Küstenwache (Symbolbild)

Picture Alliance

66 Migranten hat das italienische Schleppboot "Vos Thalassa" aus dem Mittelmeer gerettet. In einen italienischen Hafen darf es aber nicht einlaufen. Nun hat ein Schiff der italienischen Küstenwache die Menschen an Bord genommen - jedoch auch noch keine Genehmigung zum Anlegen erhalten.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge ist Italiens Innenministerium verstimmt, weil sich die Migranten im Verantwortungsbereich der libyschen Küstenwache befunden haben sollen. "Sie hätten diese Ladung illegaler Migranten aufnehmen sollen", sagte Stefano Candiani, Staatssekretär im Innenministerium, dem staatlichen Radiosender Rai.

Rettungs- und ausländische Marineschiffe sollen nicht in Italien anlegen

Wie Rai und die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf das Innenministerium berichteten, sollte die Aufnahme der Migranten auf das Schiff der Küstenwache den Streit lösen. Trotz der Verzögerung gilt es als wahrscheinlich, dass die Küstenwache die Migranten nun in Italien an Land gehen lässt. Kein Menschenleben werde gefährdet, versicherte Candiani.

Die neue italienische Regierung, an der auch die ausländerfeindliche Lega beteiligt ist, will, dass gerettete Migranten nicht nach Europa kommen, sondern nach Libyen zurückgeführt werden. Lega-Chef und Innenminister Matteo Salvini hat Rettungsschiffen von Hilfsorganisationen die Einfahrt in italienische Häfen verwehrt und will dies auch für ausländische Marineschiffe durchsetzen, die als Teil von EU-Rettungsmissionen unterwegs sind.

fri / DPA