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IS reklamiert Anschlag für sich: Attentäter verüben Anschlag auf irakische Botschaft in Kabul

Sicherheitskreise berichten von Schüssen, explodierende Granaten. Dann der Selbstmordanschlag: In Kabul haben Attentäter die irakische Botschaft angegriffen. Der IS reklamiert den Anschlag für sich. 

Das afghanische Militär sichert den Bereich um die irakische Botschaft in Kabul

Das afghanische Militär sichert den Bereich um die irakische Botschaft in Kabul

Erneuter Anschlag in Kabul: Am Montag sprengte sich ein Selbstmordattentäter vor der irakischen Botschaft im Zentrum der afghanischen Hauptstadt in die Luft. Drei weitere Attentäter seien in das Gebäude eingedrungen, sagte Nadschib Danisch, ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums. Im Laufe der vier Stunden dauernden Schusswechsel seien die Angreifer aber getötet worden. Die irakischen Diplomaten wurden in Sicherheit gebracht.

Wie die Nachrichtenagentur AFP aus Sicherheitskreisen erfuhr, hätten zuvor mehrere Explosionen Kabul erschüttert, anschließend seien Schüsse und Detonationen von Granaten zu hören gewesen. Zivilisten würden aus dem Gebiet rund um die irakische Botschaft in Sicherheit gebracht, hieß es aus Sicherheitskreisen weiter. Die Polizei bestätigte, dass es eine Explosion gegeben habe, ohne zunächst weitere Angaben zu machen.

IS hat sich zum Anschlag bekannt

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Angriff für sich. Zwei Selbstmordattentäter hätten das Gebäude gestürmt, berichtete das IS-Sprachrohr Amak am Montag im Internet. Demnach seien mindestens sieben Wachleute bei dem Anschlag getötet worden. Die Nachricht ließ sich zunächst nicht auf Echtheit überprüfen.

In einer Erklärung des Innenministeriums hieß es, ein Polizist sei verletzt worden. Auch der Chef der örtlichen Krankenhäuser, Salim Rasuli, sprach von mindestens einem Verletzten, der nach dem Anschlag ins Krankenhaus gebracht worden sei.

Vermehrt Anschläge in Kabul

In Kabul waren in den vergangenen Wochen mehrere schwere Anschläge verübt worden. Bei einem Autobombenanschlag am vergangenen Montag wurden in der afghanischen Hauptstadt nach Regierungsangaben mindestens 26 Menschen getötet und 41 weitere verletzt. Bei einem Selbstmordanschlag im Diplomatenviertel von Kabul waren Ende Mai mehr als 150 Menschen getötet und hunderte weitere verletzt worden. Der Selbstmordattentäter hatte sich mit einem mit 1500 Kilogramm Sprengstoff beladenen Tanklaster in die Luft gesprengt. Bei der Explosion wurde auch die deutsche Botschaft erheblich beschädigt.

fri / AFP / DPA