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Umstrittene Karikatur: Griechische Zeitung vergleicht Eurozone mit Auschwitz

Eine Zeichnung sorgt für Aufregung: Die satirische Wochenzeitung "To Pontiki" aus Athen bringt die aktuelle Situation der Griechen in der Eurozone mit dem KZ Auschwitz in Verbindung.

Diese Karikatur aus der griechischen Zeitung "To Pontiki" befeuert die Diskussion, wie weit Satire gehen darf

Diese Karikatur aus der griechischen Zeitung "To Pontiki" befeuert die Diskussion, wie weit Satire gehen darf

"Unfassbar" nennt die "Bild"-Zeitung eine Karikatur, die in der griechischen Satire-Wochenzeitung "To Pontiki" erschienen ist. Die Zeichnung zeigt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble mit einem Stahlhelm, seine Pistole richtet er auf einen in zerlumpten Kleidern hilflos dreinblickenden Mann, der die griechische Regierung darstellen soll. Daneben stehen fassungslose griechische Bürger und beobachten, wie sich ein Tor öffnet, das an das Portal des Konzentrationslagers Auschwitz erinnert. Nur der Spruch, der über dem Eingang steht, ist ein anderer: "There is no alternative" ("Es gibt keine Alternative") steht da. Über dem Eingang des Vernichtungslagers Auschwitz standen einst die zynischen Wörter "Arbeit macht frei".

Die Karikatur zieht damit einen umstrittenen Vergleich zwischen der Situation der Griechen in der Eurozone und dem Konzentrationslager Auschwitz. Ihre Macher wollten die "angeblich gnadenlose deutsche Politik illustrieren", folgert die "Bild".

"Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann bedankt sich bei den Machern von "To Pontiki“ dafür, dass man Input für die morgige Ausgabe der Tageszeitung geliefert habe:

Doch im Netz erhält die "Bild"-Zeitung auch Gegenwind. Schlimmer als den satirischen Eurozone-Auschwitz-Vergleich bewerten einige User auf Twitter die Entrüstung der Zeitung. Manche verurteilen die Berichterstattung als Stimmungsmache gegen Griechenland und erinnern an die Diskussion über Pressefreiheit und Satire, die Anfang des Jahres nach den Anschlägen auf die französische Wochenzeitung "Charlie Hebdo“ aufflammte.



jho
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