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Historischer "Tagesschau"-Bericht CO2-Ausstoß: Vor 25 Jahren warnten Wissenschaftler, dass es in 25 Jahren kein Zurück mehr gibt ...

CO2-Emissionen in Deutschland und weltweit
Das Braunkohle-Kraftwerk Niederaußem in Nordrhein-Westfalen. Die Tagesschau berichtete bereits vor 25 Jahren über eine mögliche Klimakatastrophe, sollten die CO2-Emissionen in Deutschland nicht reduziert werden. 
© Oliver Oltmanns / Getty Images
Der wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung warnte die ehemalige Umweltministerin Angela Merkel laut "Tagesschau" bereits vor 25 Jahren vor den Folgen der CO2-Emissionen. Das Schreckensszenario, das sie entwarfen, blieb aus. Aber der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen steigt rasant.

Am Freitag, den 25. September werden die Straßen der deutschen Großstädte mit Menschen gefüllt sein. Die Fridays-for-Future-Bewegung hat zum globalen Klimastreik aufgerufen und pocht lautstark auf die Einhaltung der Ziele des Pariser Klimaabkommens. Die globale Erwärmung soll bei 1,5 Grad gestoppt werden, für Deutschland fordert die Bewegung einen Rücklauf der klimaschädlichen Treibhausgase bis spätestens 2035 auf Null – also 15 Jahre früher, als bisher geplant.

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Ein spannender Zufall, dass uns heute ein Beitrag der Tagesschau begegnet, der vor 25 Jahren gesendet wurde und eindringlich vor einer Klimakatastrophe warnt. Der wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung hatte der damaligen Umweltministerin Angela Merkel einen Bericht ausgehändigt, in dem die Auswirkungen der ausgestoßenen Treibhausgase auf unsere Umwelt bilanziert wurden. "Wenn weiterhin gleiche Mengen an Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangten, wäre ein Gegensteuern in rund 25 Jahren nicht mehr möglich", heißt es in der Sendung. Hinter der Moderatorin wird das Bild eines Pkws eingeblendet, der weiße Abgase in die Luft bläst.

Entwicklungen in Deutschland und weltweit

Die gute Nachricht vorweg: Bereits seit 1990 geht der CO2-Ausstoß in Deutschland deutlich zurück – die Warnung fiel also auf fruchtbaren Boden. Nach Angaben des Umweltbundesamtes sanken die in Kohlendioxid-Äquivalente umgerechneten Gesamt-Emissionen von 1990 bis 2018 um rund 393 Millionen Tonnen oder 31,4 Prozent. Auch für die Jahre 2019 und 2020 zeichnen sich positive Trends ab. Als Gründe für diese Entwicklung nennt das Bundesamt unter Anderem die erfolgreiche Reform des europäischen Emissionshandels, den Ausbau von Wind- und Sonnenenergie sowie die Abschaltung erster Kohlekraftwerke.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Kohlendioxid-Ausstoß weltweit seit 1960 kontinuierlich steigt – mit Ausnahmen weniger Jahre, in der die Zahlen gleich bleiben oder minimal sinken. Notierte man in 1960 noch 9344 Millionen Tonnen ausgestoßenes CO2, waren es 2018 bereits 36.573 Millionen – es gibt also weiterhin viel zu tun. Um auf die weltweite Klimakrise aufmerksam zu machen, kooperiert stern anlässlich des Klimastreiks am 25. September einmalig mit der Bewegung der Fridays for Future (hier lesen Sie mehr über die Zusammenarbeit).

Quellen: Umweltbundesamt, Bundeszentrale für politische Bildung, Global Carbon Project, Bundesministerium für Wirtschaft und EnergieBP Statistical Review of World Energy 2020

sve

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