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Kölner Stadtarchiv: Ermittlungen gegen OB Schramma

Gegen den Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. Schramma soll illegal Tonbandaufnahmen von internen Sitzungen zum Einsturz des Kölner Stadtarchivs gemacht haben. Der CDU-Politiker erklärte, diese Mitschnitte seien zur Erleichterung für die Protokollführer angefertigt worden.

Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Oberbürgermeister Fritz Schramma wegen angeblich ungenehmigter Tonbandaufzeichnungen von Sitzungen des Koordinierungsstabs zum Archiveinsturz. "Wir verfolgen den Anfangsverdacht der Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes", sagte Oberstaatsanwalt Günther Feld am Donnerstag in Köln. Man habe auf Medienberichte zu den Vorfällen reagiert und Ermittlungen eingeleitet.

Schramma soll zwei Sitzungen des sogenannten Koordinierungsstabes zum Archiv-Einsturz illegal mitgeschnitten haben. In diesem Stab erörtern Fachleute der Stadtverwaltung und der Kölner Verkehrs-Betriebe die Bergungsarbeiten nach dem Einsturz des Historischen Stadtarchivs und zweier Nachbargebäude. Bei dem Einsturz waren am 3. März zwei Menschen getötet worden.

Mehrere Teilnehmer der Gremiensitzung hatten sich am Montag überrascht gezeigt, dass die Redebeiträge auf Tonband aufgenommen worden waren. Nach Medienanfragen erklärte Schramma, diese Mitschnitte seien zur Erleichterung für die Protokollführer angefertigt worden. Tatsächlich seien sie dafür später aber nicht verwendet und letztlich ohne Abhören gelöscht worden. Bei der Sitzung des Koordinierungsstabes am Montag wurde kein Mitschnitt mehr gemacht. Schramma sagte, das Aufnahmegerät sei für jeden Teilnehmer deutlich sichtbar gewesen.

DPA / DPA