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Kölner Stadtarchiv: OB Schramma gibt auf

Der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma verzichtet auf eine erneute Kandidatur. Damit zieht er die politischen Konsequenzen aus dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs mit zwei Toten.

Die Entscheidung sei ihm sehr schwer gefallen, sagte der 61-jährige CDU-Politiker am Sonntag auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in Köln. Allerdings sei der Schritt notwendig, um das Unglück aus dem Wahlkampf herauszuhalten. Schramma ist seit dem Jahr 2000 Stadtoberhaupt in Köln.

Schramma war wegen seines Krisenmanagements nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs am 3. März an einer U-Bahn-Baustelle in die Kritik geraten. Bei dem Unglück waren zwei Menschen ums Leben gekommen. Schramma war unter anderem ein "Schlingerkurs" in der Frage vorgeworfen worden, ob die U-Bahn nach dem Unglück noch weitergebaut werden sollte. Im Stadtrat hatten ihm SPD und Grüne Inkompetenz vorgeworden. Hinzu kamen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen ihn. Der 61-Jährige soll interne und damit vertrauliche Sitzungen zum Archiv-Einsturz illegal mitgeschnitten haben.

DPA/AP