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Mehr als 100 Menschen gestorben UN bestätigt Choleraerkrankungen in Haiti


Neun Monate nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti ist die Lage nach wie vor katastrophal. Durch verseuchtes Wasser ist jetzt die Cholera ausgebrochen. Wegen Überfüllung müssen die Patienten teilweise vor den Krankenhäusern behandelt werden.

In Haiti droht eine schwere Cholera-Epidemie durch verseuchtes Wasser. Mindestens 138 Menschen sind bereits an der Durchfallerkrankung gestorben. Imogen Wall, eine UN-Sprecherin in Haiti, sagte dem US-Nachrichtensender CNN, das Gesundheitsministerium habe sie darüber informiert, dass es sich um Cholera handle. Es gebe momentan mindestens 1526 Krankheitsfälle. Eine offizielle Bestätigung der Regierung gab es zunächst nicht.

Betroffen von der gefährlichen Erkrankung ist laut Vereinten Nationen vor allem das Gebiet Artibonite, nördlich der Hauptstadt Port-au-Prince, die im Januar von einem Erdbeben schwer zerstört wurde. Bei der Erdbebenkatastrophe in dem Karibik-Land starben mehr als 220.000 Menschen, etwa 1,5 Millionen wurden obdachlos.

"Wir haben eine Situation, die sich sehr schnell entwickelt. In gerade mal 48 Stunden haben wir bereits 138 bestätigte Tote", sagte Wall zu CNN. Die Cholera sei sehr gefährlich und für Haiti eigentlich untypisch. Eine Epidemie habe es in dem Land seit Jahrzehnten nicht gegeben.

Hunderte werden im Krankenhaus behandelt

Hunderte werden wegen Durchfall und Erbrechen im Krankenhaus behandelt, viele von ihnen lagen am Donnerstag auf Decken auf einem Parkplatz vor einer überfüllten Klinik in der Hafenstadt Saint-Marc und erhielten Infusionen wegen Dehydrierung. Ärzte testeten die Kranken auf Cholera, Typhus und weitere Infektionen.

Haiti leidet noch immer unter den Folgen des verheerenden Erdbebens vom Januar, bei dem rund 300.000 Menschen getötet wurden. Cholera-Bakterien werden durch verunreinigtes Wasser übertragen. Eine Infektion führt zu Durchfall und Erbrechen und kann unbehandelt innerhalb von Stunden zum Tod durch Dehydration führen.

DPA/AP AP DPA

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