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Tragödie vor Bali "Alle 53 Seeleute sind gestorben": Militärchef bestätigt Fund von verschwundenem U-Boot

U-Boot-Tragödie vor Bali: Ein Schiff der indonesischen Marine während der Suchaktion
Sehen Sie im Video: Vermisstes U-Boot vor Bali in drei Teile zerbrochen – Crew tot.




Nach seiner Ortung am Samstag haben Suchtrupps der indonesischen Marine nun Bilder vom Wrack des seit Mittwoch vermissten U-Boots geliefert. "Auf Grundlage der Beweise lässt sich feststellen, dass die KRI Nanggala gesunken ist und die gesamte Besatzung gestorben ist", sagte der militärische Oberbefehlshaber Hadi Tjahjanto am Sonntag in Denpasar. Das U-Boot sei in drei Teile zerbrochen. Am Samstag waren bereits erste Wrackteile präsentiert worden. Präsident Joko Widodo kondolierte den Angehörigen der 53 verunglückten Besatzungsmitglieder. An der Suche nach der 1977 in Deutschland gebauten "KRI Nanggala-402" hatten sich mehrere Staaten beteiligt. Am Mittwoch war der Kontakt zu dem U-Boot in den Gewässern vor der Insel Bali abgerissen.
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Nun ist es traurige Gewissheit: Das vor Indonesien verschwundene U-Boot ist verunglückt. Die 53 Menschen an Bord seien tot, teilte der Armeechef des Landes, Luftmarschall Hadi Tjahjanto, mit. Präsident Widodo kondolierte den Angehörigen.

Vier Tage nach seinem Verschwinden vor der Küste Balis ist das indonesische Marine-U-Boot gefunden worden. Dies teilte der Armeechef des südostasiatischen Landes, Luftmarschall Hadi Tjahjanto, am Sonntag mit. "Mit diesem authentischen Beweis können wir bestätigen, dass die KRI Nanggala 402 gesunken ist und alle 53 Seeleute an Bord im Dienst gestorben sind", sagte Tjahjanto bei einer Pressekonferenz.

Das knapp 60 Meter lange Jagd-U-Boot aus deutscher Produktion hatte während einer Torpedoübung am frühen Mittwochmorgen den Kontakt zur Flotte verloren. Es war in Surabaya auf Java in See gestochen und befand sich zu dem Zeitpunkt rund 95 Kilometer nördlich von Bali. Am Donnerstag erklärte die Marine, dass die Besatzung nur noch bis zum frühen Samstagmorgen genügend Sauerstoff hätte. 

Marine vermutete U-Boot in 600 bis 700 Metern Tiefe

Am Samstag schwanden die Hoffnungen, die Matrosen noch lebend zu bergen. Die Marine meldete den Fund von Gegenständen aus dem Schiff, darunter eine Flasche mit Schmierstoff für das Periskop und eine Torpedohülle. Seitdem ging die Marineführung davon aus, dass das Unterseeboot verunglückt war.

Schon vor der Entdeckung des Wracks hatte der indonesische Präsident Joko Widodo Beileidsschreiben an die Angehörigen der 53 Menschen an Bord übermittelte, wie er am Sonntag in einem Video mitteilte. "Dieser Vorfall ist ein schwerer Schock für uns alle. Wir haben unser tiefstes Bedauern der Tragödie zum Ausdruck gebracht, besonders den Familien der U-Boot-Fahrer", sagte der Präsident.

Zur möglichen Unglücksursache und der genauen Fundstelle des Wracks gab es am Sonntag zunächst noch keine Angaben. Die Marine hatte das U-Boot 600 bis 700 Meter unter der Wasseroberfläche vermutet. Nach Angaben des Herstellers war das Schiff aber nur für eine Tauchtiefe von 250 bis 500 Metern ausgelegt. 

U-Boot-Tragödie: Kramp-Karrenbauer drückt ihr Beileid aus

Die deutsche Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer drückte den Familien der Seeleute sowie dem indonesischen Verteidigungsminister und den Streitkräften bereits am Samstagabend in einer Botschaft auf Twitter ihr Beileid aus.

An der Suche hatten sich auch ein australisches Kriegsschiff und ein amerikanischen Spezialflugzeug beteiligt. Zudem wurden das Bergungsschiff "MV Swift Rescue" der Marine Singapurs sowie Schiffe aus Malaysia und Indien vor der Küste Balis erwartet. Die australische Fregatte "HMAS Ballarat" stieß am Samstag zu der Suchaktion vor Bali hinzu. 

Das dieselelektrisch angetriebene, 1395 Tonnen schwere Jagd-U-Boot war Ende der 1970er Jahre von der Howaldtswerke-Deutsche Werft in Kiel gebaut worden. Eine Generalüberholung wurde 2012 in Südkorea abgeschlossen. Es war eines von insgesamt fünf Unterseebooten der indonesischen Marine gewesen.

mod/tkr dpa

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