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Entscheidung des Stadtrats: München verbietet Stolpersteine

Die sogenannten Stolpersteine erinnern in vielen Städten an die Opfer des Holocaust. München lehnt das ab, wie der Stadtrat nun bestätigte. Die Befürworter der Stolpersteine wollen aber nicht aufgeben.

Stolpersteine mit den Namen von deportierten Juden auf dem Königsplatz in München: Die Stadt untersagt die Verlegung von Stolpersteinen, die an die Opfer des Holocaust erinnern sollen, auf öffentlichem Grund.

Stolpersteine mit den Namen von deportierten Juden auf dem Königsplatz in München: Die Stadt untersagt die Verlegung von Stolpersteinen, die an die Opfer des Holocaust erinnern sollen, auf öffentlichem Grund.

In München wird es auch in Zukunft keine sogenannten Stolpersteine zum Gedenken an die Opfer des Nazi-Terrors geben. Der Stadtrat sprach sich mehrheitlich dagegen aus, die in Gehwege eingelassenen kleinen Messingplatten zuzulassen. Stattdessen sollen Stelen und Gedenktafeln an Hauswänden sowie ein zentrales Namensdenkmal auf die Schicksale der Ermordeten aufmerksam machen - darunter Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, Behinderte oder politisch Verfolgte. 

In vielen Städten sind die Messingplatten selbstverständlich, etwa in Hamburg, Berlin und in Budapest. Weltweit gibt es rund 50.000 Stolpersteine in 1200 Städten in 18 Ländern.

Der Streit um ihre Verlegung in München währt schon mehr als zehn Jahre. 2004 hatte der Stadtrat sich schon einmal dagegen ausgesprochen. Bereits verlegte Steine wurden entfernt.

Israelitische Kultusgemeinde lehnt Stolpersteine ab

Die in die Gehwege eingelassenen "Stolpersteine" werden von manchen Angehörigen als unwürdige Form des Gedenkens empfunden, da die Opfer ihrer Ansicht nach erneut mit Füßen getreten und erniedrigt werden. So sieht es auch der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) München und Oberbayern.

SPD-Fraktionschef Alexander Reissl begründete seine ablehnende Haltung gegenüber Stolpersteinen, dass es für ihn nicht denkbar gewesen sei, eine Gedenkform zu etablieren, die von der IKG als Vertreterin der mit Abstand größten Opfergruppe abgelehnt werde.

Stadtrat empfindet Stolpersteine als Demütigung

CSU-Stadtrat Marian Offmann nannte persönliche Gründe, war doch ein Großteil seiner Familie wegen ihres jüdischen Glaubens von den Nazis getötet worden. Er wolle nicht die Verantwortung dafür übernehmen, dass diese Demütigung mit ihren Namen in die Straßen eingegraben werde. Dennoch habe er aber auch Verständnis für Menschen, die sich Stolpersteine wünschten.

Nach jahrelanger Diskussion hatten Bündnis 90/Die Grünen und die Rosa Liste beantragt, nun das Verbot aufzuheben und die Entscheidung den Angehörigen zu überlassen.

Begleitend zum Gedenken auf Tafeln, Stelen und dem zentralen Denkmal sollen Historiker die Namen aller Münchner NS-Opfer recherchieren und Schicksale erforschen. In fünf Jahren soll zudem Bilanz gezogen werden.

Online-Petition hat knapp 100.000 Unterstützer

Befürworter wie Terry Swartzberg von der Initiative Stolpersteine für München waren nach dem Stadtratsvotum enttäuscht. "Unsere Kampagne geht weiter", sagte der Aktivist und kündigte neben einer Klage auch ein Bürgerbegehren an. Eine Online-Petition hat bereits knapp 100.000 Unterschriften gesammelt. "München soll stolpern!", findet Swartzberg, der guten Mutes ist und von zahlreichen Opfer-Angehörigen unterstützt wird. Stolpersteine seien weltweit in 1300 Städten möglich. "Warum sollten sie illegal in München sein?" Denkbar sei auch, die Verlegung der Steine als Kunstaktion zu deklarieren. "Wir werden die Stolpersteine verlegen in München, relativ bald." 

Florian Roth von Bündnis 90/Die Grünen, die mit der Rosa Liste eine Zulassung der Stolpersteine beantragt hatten, forderte Toleranz gegenüber denjenigen, für die diese Steine ein Herzenswunsch seien. "Ich kann doch nicht stellvertretend für Familien sagen: Ihr müsst jetzt halt mit Stelen zufrieden sein, wenn ihr eigentlich was anderes wollt. Woher habe ich das Recht?"

lie / DPA
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