Myanmar Militärjunta kritisiert westliche Medien


Die Militärregierung in Myanmar hat ausländischen Medien eine verzerrte Berichterstattung über die Lage im verwüsteten Irrawaddy-Delta vorgeworfen. "Skrupellose Elemente" würden Videos zu aufgebauschten Geschichten aus dem Zyklon-Gebiet verbreiteten, um dem Ansehen Myanmars zu schaden.

Die Junta in Myanmar hat scharfe Kritik an der ausländischen Berichterstattung geübt. Es werde ein verzerrtes Bild über die Situation im vom Zyklon "Nargis" zerstörten Irrawaddy-Delta in der Welt verbreitet. Die Medienschelte kam nach der Festnahme eines populären Komikers, der gerade von einer privaten Hilfsaktion aus dem Katastrophengebiet zurückgekehrt war und erklärt hatte, die von den Behörden verteilte Hilfe erreiche nicht alle Opfer.

In Rangun kursierten Berichte, wonach mehr mehrere Personen festgenommen worden seien, die im Irrawaddy-Delta Filmaufnahmen gemacht hatten. Die staatliche Zeitung "New Light of Myanmar", das Sprachrohr der Junta, schrieb von "skrupellosen Elementen", die Videos zu aufgebauschten Geschichten aus dem Zyklon-Gebiet verbreiteten. "Jene ausländischen Agenturen veröffentlichen gegenstandslose Nachrichten in der Absicht, dem Ansehen Myanmars zu schaden und der internationalen Gemeinschaft den Eindruck zu vermitteln, die Zyklon-Opfer erhielten keinerlei Unterstützung", hieß es in dem Artikel.

Der 46-jährige Komiker Maung Thura - bekannt unter seinem Künstlernamen Zarganar - war nach Angaben seiner Familie am Mittwochabend nach einer Hausdurchsuchung in Rangun abgeführt worden. Der auch als Schriftsteller und Schauspieler tätige Künstler war demnach gerade aus dem Katastrophengebiet im Irrawaddy-Delta zurückgekehrt, wo er sich als Freiwilliger an Hilfsaktionen für die Opfer des Wirbelsturms beteiligt hatte. Zarganar war seit 1988 wiederholt inhaftiert, zuletzt drei Wochen lang nach den Demonstrationen buddhistischer Mönche im September vergangenen Jahres.

Internationale Hilfsorganisationen haben der Junta wiederholt vorgeworfen, ausländische Helfer und Hilfsgüter nicht ins Land zu lassen. Bei dem Zyklon, der am 2. und 3. Mai weite Teile des südostasiatischen Landes verwüstet hatte, kamen mindestens 78.000 Menschen ums Leben, 56.000 werden noch immer vermisst. Mehr als eine Million Menschen brauchen dringend Lebensmittel, Obdach und medizinische Versorgung.

AP AP

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