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Angst vor dem Virus: Nordkorea steckt alle Touristen in Ebola-Quarantäne

Das kommunistische Land hat ohnehin nicht viele Besucher, nun sollen ausländische Touristen auch noch für drei Wochen in Quarantäne. Nordkorea schottet sich aus Angst vor Ebola weiter ab.

An einem chinesischen Flughafen wird die Körpertemperatur der Fluggäste gemessen. Auch Nordkorea kontrolliert Touristen an seinen Grenzen.

An einem chinesischen Flughafen wird die Körpertemperatur der Fluggäste gemessen. Auch Nordkorea kontrolliert Touristen an seinen Grenzen.

Aus Angst vor der Ebola-Epidemie hat Nordkorea seine Einreisebestimmungen weiter verschärft. Alle Ausländer würden nach ihrer Ankunft in dem kommunistischen Land 21 Tage lang unter Quarantäne gestellt, heißt es in einem Reisehinweis, den die britische Regierung am Donnerstag auf ihrer Website veröffentlichte. Reisende, die aus den Seuchengebieten stammen, würden "in einem von der Regierung benannten Hotel unter medizinische Beobachtung gestellt".

Die nordkoreanische Führung hatte offenbar alle diplomatischen Vertretungen in der Hauptstadt Pjöngjang schriftlich über die Verordnung informiert. Wer aus einem Ebola-freien Land stammt, soll demnach während der dreiwöchigen Quarantäne ebenfalls in Hotels untergebracht werden. Verantwortlich hierfür seien in diesen Fällen die Organisationen, die den ausländischen Besuch betreuen. Diplomaten und Mitarbeiter internationaler Organisationen werden laut dem Reisehinweis "in ihren jeweiligen Vertretungen unter Quarantäne gestellt".

Angst vor Seuchen in Nordkorea

Ob diese Bestimmungen auch für Ausländer gelten, die sich bereits in Nordkorea aufhalten, blieb zunächst unklar. Geschäftsreisende und Regierungsvertreter sind davon offenbar ausgenommen. Das abgeschottete Land, in dem bisher kein Ebola-Fall registriert wurde, hatte bereits in der vergangenen Woche verkündet, wegen der Ebola-Epidemie seine Grenzen für ausländische Touristen zu schließen.

Nordkorea, das ohnehin nur von wenigen Ausländern besucht wird, hatte sich schon in der Vergangenheit aus Angst vor Seuchen noch weiter abgeschottet als üblich. So riegelte Pjöngjang auch 2003 wegen des grassierenden Sars-Virus seine Grenzen ab.

In Westafrika haben sich seit Jahresbeginn mehr als 10.000 Menschen mit Ebola angesteckt, fast 5000 von ihnen erlagen dem Erreger. Die US-Bundesstaaten New Jersey, New York und Kalifornien führten inzwischen eine 21-tägige Zwangsquarantäne für all diejenigen ein, die aus den am schwersten betroffenen Ländern in Westafrika zurückkommen und direkten Kontakt mit Kranken hatten.

mka/AFP / AFP
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