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Ebola: New York lockert strenge Zwangsquarantäne

Die Regierung hatte dazu aufgefordert, die heftigen Regeln für die 21-tägige Quarantäne abzuschaffen. Australien hat unterdessen einen Einreise-Stopp für Menschen aus Ebola-Gebieten verhängt.

Nach einer heftigen Debatte über Quarantäne-Regeln für heimkehrendes Personal nach einem Ebola-Einsatz in Westafrika hat der US-Bundesstaat New York seine Bestimmungen gelockert. Gouverneur Andrew Cuomo erklärte am Sonntagabend (Ortszeit), wer aus Westafrika zurückkehre und dort Kontakt mit Ebola-Kranken gehabt habe, jedoch keine Symptome zeige, dürfe die Quarantäne zu Hause statt im Krankenhaus ableisten.i

Gesundheitsexperten würden sich in den drei vorgeschriebenen Isolationswochen täglich um die Betroffenen kümmern. Für diejenigen, die aus Westafrika wieder einreisten, jedoch keinen Kontakt zu Ebola-Patienten gehabt hätten, werde keine Isolierung zu Hause vorgeschrieben, fügte Cuomo hinzu. Sie stünden aber 21 Tage lang unter Beobachtung und müssten regelmäßig ihre Körpertemperatur messen. Drei Wochen dauert es maximal, bis nach einer Ansteckung mit dem Virus Symptome auftreten.

Abschreckung von Ebola-Helfern durch Quarantäne befürchtet

Zuvor hatte die US-Regierung einem Bericht der "New York Times" zufolge die Staaten New York und New Jersey aufgefordert, die gerade erst eingeführten strengen Quarantäne-Regeln zu lockern. Eine US-Krankenschwester hatte sich bitter über ihre Behandlung durch die Behörden bei ihrer Einreise und die Pflicht-Quarantäne beschwert. Sie sei wie eine "Kriminelle" ausgefragt und isoliert außerhalb eines Hauptkrankenhauses untergebracht worden, erklärte Kaci Hickox. Die Regierung befürchtete daher, Freiwillige könnten künftig vom Einsatz in Westafrika abgeschreckt werden.

Die Behörden in Australien gaben unterdessen Entwarnung nach einem Ebola-Verdachtsfall in Brisbane. Die 18-Jährige sei negativ getestet worden, erklärten die Gesundheitsbehörden. Die junge Frau war vor knapp zwei Wochen aus Guinea zurückgekehrt. Nachdem sie Fieber bekam, wurde sie auf eine Isolierstation in Brisbane gebracht.

Dennoch stellt Australien vorübergehend keine Einreisevisa für Menschen aus westafrikanischen Ländern aus, in denen die Ebola-Epidemie ausgebrochen ist. Betroffen seien Sierra Leone, Liberia und Guinea, sagte Einwanderungsminister Scott Morrison am Montag nach Angaben des TV-Senders "ABC News". Ziel sei es, einer Ausbreitung der Seuche in Australien vorzubeugen.

"Das bedeutet, dass wir keinen Antrag aus diesen betroffenen Ländern bearbeiten", sagte Morrison. Zudem würden Visa, die Menschen aus den drei Ländern bereits bewilligt, aber noch nicht zugestellt worden seien, gestrichen. Menschen mit einem Dauervisum müssten 21 Tage in Quarantäne verbringen, bevor sie in Australien einreisen dürften.

mia/DPA/AFP / DPA

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